Baufinanzierung: Warum Immobilienkäufer nicht nur auf die Zinsen achten sollten
Der Wohnungsmangel in Deutschland bleibt vorerst bestehen. (Fotos: Getty Images; Montage: Handelsblatt)
Foto: HandelsblattDeutschland ist ein Mieterland, aber Umfragen zeigen regelmäßig: Viele Menschen würden gerne in der eigenen Immobilie leben. Dass immer weniger Verbraucher sich einen Immobilienerwerb zutrauen, belegen die Daten zum Neugeschäft deutscher Banken mit Immobiliendarlehen an Privathaushalte und Selbstständige. Das lag nach Angaben der Analysefirma Barkow Consulting im Juni dieses Jahres bei 14 Milliarden Euro – das sind 39 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die deutlich höheren Zinsen, gestiegene Lebenshaltungskosten, höhere Baukosten und politische Unsicherheiten schrecken potenzielle Käufer vermutlich ab. Doch ist die Situation wirklich so schwierig? Eigentlich sei der Zeitpunkt für einen Immobilienkauf gar nicht so schlecht, meint Max Herbst von der FMH-Finanzberatung.
„Die Verbraucher sollten nicht glauben, dass die Immobilienpreise noch stark fallen“, sagt Herbst. Das Neubaugeschäft sei zum Erliegen gekommen. Der Wohnungsmangel bleibt also bestehen. Hinzu kommt: Wer derzeit nach einer gebrauchten Immobilie Ausschau hält, hat eine gute Verhandlungsposition, wenn das Haus nicht saniert ist. „Das sollten Verbraucher ausnutzen. Sie können sich Zeit nehmen, in Ruhe umschauen und sollten unbedingt über den Immobilienpreis verhandeln“, ergänzt Herbst.