Motivationscoaching im Beruf: Jürgen Höller – das Auf und Ab eines Gurus
Motivationscoach Jürgen Höller in Aktion im Congress Centrum Hamburg.
Foto: Johannes Arlt für HandelsblattHamburg. Die Lautsprecher kennen kein Erbarmen. Schon seit Minuten dröhnt es: „I've got the Power.“ Auf einer großformatigen Leinwand gibt es dazu Diashow. Jürgen Höller - ein Leben in Bildern: dicke Autos, Strand und Sonne, zusammen mit den Klitschko-Brüdern und Magier-Duo Siegfried und Roy. Auch du kannst alles erreichen - wenn du nur willst, so lautet die Botschaft. Das kommt an. Die Menge flippt aus, obwohl der große Motivator leibhaftig noch nicht in Erscheinung getreten ist.
Endlich springt Höller auf die Bühne. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, rotes Einstecktuch - die Dienstkleidung des Erfolgsvorturners. Das Gesicht braun gebrannt, das Lachen breit, die Arme ausgestreckt, die Daumen zeigen nach oben. „Jaaaaa“, schreit Höller in den tobenden Saal hinein. „Wollt ihr wieder Begeisterung spüren? Wollt ihr wieder an euch glauben? Dann ruft euch zu: Ich bin ein Gewinner!“
Es kann so leicht sein, wenn man nur daran glaubt. Das tun viele: 1.500 Menschen sind zu Höllers „Power-Days“ in das Hamburger Congress Center gekommen, darunter ganze Führungsmannschaften, eine Gruppe von Selbstständigen im Vertrieb der Deutschen Vermögensberatung, der Autohausbesitzer, der Steuerberater, der Einzelkämpfer. Zwei Tage lang werden sie sich von den Höller'schen Imperativen beschallen lassen - angelockt von Versprechen, die sich auf Höllers Webseite finden. Er werde zeigen, wie man „wesentlich mehr verdient, mit weniger Aufwand“. „Mehr Selbstbewusstsein, ein stärkeres Auftreten, eine entwickelte Persönlichkeit“ - so lautet das in Aussicht gestellte Gesamtpaket.