Karriere-Entscheidung: Zurück in die Befehlskette – wenn Selbstständige zu Angestellten werden
„Ich kann mich jetzt auf das konzentrieren, was mir Spaß macht.“
Foto: HandelsblattDüsseldorf, Köln, Leverkusen. Sein Geld im Sitzen verdienen, so hatte sich Florian Knorr das gedacht – mit beheizbaren Stadionsitzkissen. Der junge Unternehmer wollte produzieren, die Vereine sollten kaufen. So weit der Plan.
Doch daraus wurde nichts. Zwar orderte Real Madrid als einziger Spitzenklub 5000 der Heizpolster. Aber Knorr war auch Sportmarketing-Student an der Universität des Traditionsvereins gewesen – dort durfte der Jahrgangsbeste als Belohnung ein Praktikum machen. Genützt hat es ihm wenig: Selbst mit zwei Nebenjobs konnte Knorr nicht genug Geld beiseiteschaffen, um von seiner Idee leben zu können.
„Wenn du jeden Tag alles gibst und trotzdem deinen Lebensunterhalt kaum finanzieren kannst“, sagt der 29-Jährige, „dann ist das irgendwann frustrierend.“ Seit September arbeitet er deshalb als Berater bei der Kölner Agentur Convidera – Festanstellung statt Gründertraum.
Auch Björn Hahn ist seit Kurzem nicht mehr sein eigener Chef. Als Selbstständiger war der 51-Jährige nicht nur Scout für Pharmafirmen, er musste sich auch um alle Verwaltungsaufgaben, Abrechnungen, Krankenkassenformulare und Kammerbeiträge kümmern, sogar die IT managte er selbst.