Gastkommentar: Wie Prämien die Corona-Impfungen deutlich beschleunigen könnten
Achim Wambach (l.) ist Präsident des ZEW Mannheim, Vitali Gretschko ist Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Marktdesign.
Foto: ZEWUm die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen voranzutreiben, schlug im Mai vergangenen Jahres eine Gruppe von Ökonomen um den Nobelpreisträger Michael Kremer vor, das Instrument der vorgezogenen Marktverpflichtungen (Advance Market Commitments, AMCs) in großem Stil einzusetzen. Kremer hatte die AMCs eigentlich für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen Krankheiten in Entwicklungsländern konzipiert.
Der Vorschlag sah vor, dass die US-Regierung sich verpflichten sollte, die ersten 300 Millionen Dosen an Impfstoffen zum Preis von je 100 Dollar zu kaufen. Die hohe Summe sollte den Unternehmen die nötigen finanziellen Anreize geben, die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen möglichst schnell voranzutreiben.
Die Verpflichtung hätte den Unternehmen die Sicherheit gegeben, dass nicht zu einem späteren Zeitpunkt politischer Druck auf die Produzenten ausgeübt würde, ihren Impfstoff zu einem niedrigeren Preis anbieten zu müssen oder zwangsweise günstig zu lizenzieren. Die Beschränkung auf 300 Millionen Impfdosen hätte bewirkt, dass nur die Unternehmen, die zuerst entwickelt und produziert hätten, ihren Impfstoff zu diesem hohen Preis hätten verkaufen können.