Gastkommentar – Global Challenges: Kursk-Offensive – Jetzt wäre der Moment für Verhandlungen
Das bisher unerwartet erfolgreiche und tiefe Eindringen der Ukraine in russisches Staatsgebiet seit dem 6. August 2024 hat die Diskussion über den russisch-ukrainischen Krieg verändert. Die wichtigste internationale Auswirkung dürfte diese Offensive auf die Haltung der offiziell neutralen Länder haben, einschließlich China.
Während der Westen die Ukraine unabhängig von der Kursk-Operation und ihrem Ausgang unterstützt, sorgt eine anhaltende ukrainische Besetzung russischen Staatsgebiets für eine neue Dimension der nicht westlichen Interpretation des Kriegs.
Sollte Moskau die ukrainische Offensive nicht schnell und vollständig zurückschlagen, verändert sie die ukrainische Verhandlungsposition und die Druckmittel in hypothetischen Verhandlungen.
Nun ist ein Deal „Land gegen Land“ möglich
Bislang musste sich Kiew in der Kommunikation mit Moskau und seinen verschiedenen ausländischen Partnern auf moralische, normative und rechtliche Argumente berufen. Die bezogen sich auf die regelbasierte Weltordnung, die seit 1945 hauptsächlich vom Westen geprägt wurde. Jetzt hingegen ist ein „Land gegen Land“-Deal zwischen Russland und der Ukraine theoretisch möglich geworden.
Die neue ukrainische Strategie könnte nun nicht nur den gemäßigteren Stimmen in der russischen Führung, sondern auch nicht bellizistischen Partnern Russlands auf der internationalen Bühne breitere Einflussmöglichkeiten eröffnen.