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Homo oeconomicus Mit Berechenbarkeit gegen die Unsicherheit

In der Coronakrise herrscht vor allem Unklarheit über den weiteren Verlauf der Wirtschaft vor. Im schlimmsten Fall könnte dies die wirtschaftliche Aktivität erheblich dämpfen.
  • Sumru Altug
22.07.2020 - 18:15 Uhr Kommentieren
Sumru Altug ist Ökonomieprofessorin an der American University of Beirut im Libanon.
Die Autorin

Sumru Altug ist Ökonomieprofessorin an der American University of Beirut im Libanon.

Die Coronavirus-Krise hat unsere Wahrnehmung vieler Facetten der globalen Wirtschaft verändert, etwa die Vernetzung durch Reisen und Tourismus, die wir früher für selbstverständlich hielten. Die Wahrnehmungen sind außerdem auseinandergegangen.

Die Wirtschaftsakteure rechnen mit Szenarien, die ganz unterschiedliche Auswirkungen auf den künftigen Verlauf der Wirtschaftstätigkeit haben. Ob die Politik die Ungewissheit mindern kann, wird ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung der Wirtschaft und ihrer Vernetzung sein.

In der Entscheidungstheorie wird den Wirtschaftsakteuren eine Abneigung gegen Unklarheit unterstellt. Dabei gibt es zwei konkurrierende Ansätze. In einem leitet sich der Nutzen stufenlos aus der Kombination von Risiko und Unsicherheit ab.

Dabei ist Risiko die Streuung der Ergebnisse bei gekannter Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Szenarien. Unsicherheit bezeichnet den Grad der Ungewissheit über die Wahrscheinlichkeit der Szenarien.

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    Ein alternativer Ansatz geht davon aus, dass die Akteure ihren Nutzen für den Fall zu maximieren versuchen, dass das schlimmste anzunehmende Szenario eintritt.

    Unabhängig davon, welches der beiden Modelle wir als relevant betrachten, ist es nicht nur die Unsicherheit über künftige externe Entwicklungen, die für die Menschen wichtig ist, sondern auch die Unsicherheit über das Verhalten der politischen Entscheidungsträger.

    Wirtschaftsakteure könnten ihre Tätigkeit einschränken

    Wegen der Coronakrise herrscht eine allgegenwärtige Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Wachstumsaussichten. Diese Unklarheit ist von Bedeutung, wenn es um das Handeln der politischen Entscheidungsträger geht.

    Sind sie bereit, alles Notwendige zu tun, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen und dann schrittweise die Geschäftstätigkeit zu öffnen? Oder sind sie bestrebt, einen Rückgang der Geschäftstätigkeit selbst um den Preis weiterer Infektionen und höherer Sterblichkeitsraten zu verhindern?

    Wenn es keine klaren Ankündigungen seitens der Politik gibt, werden die Wirtschaftsakteure dazu neigen, auf Nummer sicher zu gehen und ihre Wirtschaftstätigkeit einzuschränken. Wenn die politischen Entscheidungsträger in ihrer Eile, eine wirtschaftliche Erholung zu fördern, undurchsichtiges Verhalten an den Tag legen, das die Unsicherheit der Agenten erhöht, werden wir also wahrscheinlich statt des gewünschten Anstiegs einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität erleben.

    Denn Firmen und Verbraucher, die sich auf den schlimmsten Fall vorbereiten, werden durch ihre Handlungen negative Ergebnisse akzentuieren und die wirtschaftliche Aktivität dämpfen.

    Wir können daraus schließen, dass gerade bei ausgeprägter Unsicherheit ein großer Bedarf an klarer, transparenter Kommunikation seitens der Politik über ihre beabsichtigten Aktionen herrscht, damit die globale Wirtschaft sich erholen kann.

    Mehr: Nach der Flaute erwarten Experten eine Welle von Unternehmensverkäufen

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