Führungskräfte: Warum Banker Scheitern und Fehler häufiger vertuschen
Schon mal einen Fehler gemacht – und einfach gehofft, dass es keiner merkt? Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Die meisten von uns kennen das Gefühl, wenn ein Missgeschick passiert und der erste Impuls lautet: Vermeiden, vertuschen, weitermachen.
Auch meine Klienten berichten mir immer wieder von kleineren und größeren Fehlern im Arbeitsalltag. Sie fürchten negative Konsequenzen, obwohl ein offener und proaktiver Umgang die Situation meist schnell entschärfen könnte.
Dieses Verhalten ist weit verbreitet: Laut dem „Fehlerkultur Report 2023“ der Unternehmensberatung EY haben 64 Prozent der Führungskräfte in den vergangenen zwei Jahren eigene Fehler gar nicht oder nur teilweise zugegeben. Besonders alarmierend ist dieser Wert in der Finanzbranche – hier verschwiegen sogar 82 Prozent der Führungskräfte Fehlschläge.
Doch warum fällt es so schwer, Fehler einzugestehen? Und wie können Unternehmen eine Kultur schaffen, in der Fehler nicht als Makel, sondern als Lernchance betrachtet werden?
Fehler sind menschlich – doch die Angst davor lähmt
Fehler passieren – sie sind ein natürlicher Bestandteil jedes Arbeitsprozesses. Doch anstatt sie als Lerngelegenheit zu betrachten, dominiert in vielen Unternehmen eine Kultur des Vermeidens. Scham, Angst vor negativer Bewertung oder die Sorge um die eigene Karriere führen dazu, dass Fehler vertuscht oder heruntergespielt werden. Das Problem dabei: Die meisten Fehler werden nicht kleiner, wenn man sie ignoriert – sie wachsen.