Märkte-Insights: Hohe Leitzinsen haben für die Märkte ihren Schrecken verloren

„Rund um den Verfallstag erzielte Börsenrekorde sind mit Vorsicht zu genießen.“
Foto: Getty ImagesDer deutsche Leitindex Dax hält sich auf hohem Niveau. Am Montag ging er zwar mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 15.964 Punkten aus dem Handel, das ist aber immer noch in Sichtweite des Höchststands von 16.332 Punkten. In den USA ist die Entwicklung ähnlich.
Möglich ist das, weil der Aktienmarkt ein über Monate dominierendes Thema ad acta gelegt hat: die Zinswende der Notenbanken. Die Angst vor weiteren Zinserhöhungen ließ die Kurse erst fallen, dann brachte die Hoffnung auf sinkende Leitsätze neuen Optimismus – zusammen mit dem Ende der Covid-Restriktionen in China.
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Nun haben sich die Zinserwartungen erneut verschoben. Doch bewegt hat es den Aktienmarkt nicht – und das ist neu. Zu sehen ist die Veränderung am „Fed Watch Tool“ der Terminbörse CME: Demnach sehen die Händler am Terminmarkt die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung der US-Notenbank bis zum Jahresende bei nur noch knapp 40 Prozent. Anfang Mai hatte dieser Wert noch bei 99,9 Prozent gelegen, die Wahrscheinlichkeit für drei oder mehr Zinssenkungen lag bei über 70 Prozent.