Märkte-Insight: Höhere Rendite bei steigenden Zinsen – Anleihen machen Aktien Konkurrenz
Handelsblatt-Redakteurin Andrea Cünnen erklärt, warum die Kurse an den Aktienmärkten wohl zu schnell gestiegen sind.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Tara ist in den vergangenen Jahren auf der Liste der beliebtesten deutschen Mädchennamen vorgerückt. Aber nicht nur dort. Auch in den Anlageausblicken, die Banken und Fondsgesellschaften in diesen Tagen präsentieren, taucht Tara häufig auf – als Akronym für „There are reasonable alternatives“.
Mit diesen vernünftigen Alternativen sind vor allem Anleihen gemeint. Die Zinspapiere sind nach dem deutlichen Renditeanstieg in diesem Jahr wieder interessanter geworden und machen Aktien damit als Anlage Konkurrenz.
Die US-Bank Goldman Sachs propagierte sogar schon im Mai, dass Tara Tina ablösen könne. Tina stand für „There is no alternative“. Dieses Akronym brachte die Argumente für Aktien in den langen Zeiten der Null- und Negativzinsen, in denen mit Anleihen nichts zu holen war, auf den Punkt.
Dabei waren Anleihen im Frühjahr noch keine gute Alternative. Die US-Notenbank hatte in dieser Zeit gerade erst mit ihren Zinserhöhungen begonnen, und die Renditen der Anleihen hatten noch lange nicht ihre Hochs erreicht.