Vermögen: Warum Reiche in Deutschland nicht über ihr Geld sprechen
„Frank spendet eine vierstellige Summe, um das Augenlicht eines Kindes zu retten.“ In einer Befragung finden 97 Prozent das großzügig. Ergänzt man aber, dass Frank hochvermögend ist, sinkt die Zustimmung auf 69 Prozent. Wenn Frank niemandem von seiner Spende erzählt, sind 99 Prozent bei ihm – aber nur noch 56 Prozent, wenn er sie auf Youtube öffentlich macht.
Kein anderes Phänomen unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zeigt so viele Widersprüche wie der Umgang mit Vermögenden, die Gutes tun wollen.
Wie hätten Sie geantwortet? Und wie stellen Sie sich Frank vor? Als einen Superreichen, der mit seiner Mega-Jacht in Venedig heiratet und penisförmige Raketen ins All schießt? Und kaum Steuern zahlt?
Dieses Bild möchte ich mit dieser neuen Kolumne erweitern – mal mit überraschenden Zahlen, mal mit Inspiration, gelegentlich auch mit Provokation. Was Sie hier nicht finden werden, aktuellen Anlässen zum Trotz: pauschale Empörung. Wer tatsächlich Geld statt nur Aufmerksamkeit bewegen möchte, kommt mit Expertise und Empathie weiter.