Debatte um eine Dichterin fürs Parlament: Dichtet lieber die Fenster: Eine Ablehnungsode auf die Bundestagspoetin
Am Tiergarten, Berlin.
Foto: ReutersWo einst der Teilung Brache lag, erhebt sich heut der Bundestag. Er reckt sein Haupt voll Kuppelstolz, doch manche Bürger denken nur:
Was solls?
Das liegt am Trend, den das Parlament verschlief. Denn über wahren Ruhm entscheidet heut:
Das Narrativ
Daher gilt: Nicht nur Drucksachen falten, Reden halten, über Zwischenrufe lachen, sondern auch:
Gedichte machen
Wem der Gestaltungswille erschlafft, ruft statt der Fahr- die Reimbereitschaft.
Der Vizepräsidentin gefällt, wie das klingt. Achilles kennen wir schließlich nur, weil ihn Homer besingt.
Also braucht der Fosterbau eine Dichterfrau. Was zur Not natürlich auch sein kann:
Ein Mann
Der Demokratie soll he/she/they lyrische Kränze flechten. Doch was reimt sich schon auf:
Enquetekommission?
Wahre Kunst gedeiht eben besser in Heines Matratzengruft als in klimatisierter Beamtenluft.
Und ist nicht jener Dichter der wirklich coole, der rappt und taggt in der Brennpunktschule?
Wo das Schwitzwasser braun von den Scheiben rinnt und die Computer noch von Commodore sind.
Besser, unser Steuergeld hilft hier beim Dichten mit, angefangen beim:
Fensterkitt
Dem Hohen Haus wünschen wir aus Gründen der Diversität stattdessen einen echten:
Parlamentsprolet