Essay: Der Krieg ist das Werk Putins – aber auch andere haben Schuld auf sich geladen
Kamala Harris und Nancy Pelosi halten eine Ukraine-Flagge beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Washington in die Höhe.
Foto: IMAGO/UPI PhotoNun, hier sitzen wir also in unseren Wohnzimmern, ins Familiäre zurückgezogen, weihnachtlich warm und besinnlich. Erleichtert auch, dass es noch Gas gibt, das die Regierung hastig und nicht ohne Egoismus auf den Weltmärkten zusammengekauft hatte.
Und natürlich plagen uns die Gedanken an diesen Krieg. Wir denken an die Menschen, die in unterkühlten Wohnungen ausharren und bangen, dass bald die nächsten todbringenden Raketen einschlagen. Menschen, die die entsetzlichen Bilder von Folterkellern, Massengräbern, entstellten Leichen und zerstörten Städten in jenen ukrainischen Landstrichen kennen, die sich unter russischer Kontrolle befinden oder befanden.
Wir denken an die Menschen an der Front, die einen heroischen Kampf kämpfen, um die Freiheit ihrer Familien, ihrer Landsleute – und ein Stück weit auch um die unsrige. Ein Kampf, von dem westliche Militärexperten zu Beginn des Krieges sagten, er sei nicht zu gewinnen, unter keinen Umständen.
Ja, unsere Gedanke schwirren vielleicht auch um die teils jugendlich anmutenden russischen Soldaten, die in einen Krieg geschickt werden, der nicht der ihre ist. Junge Menschen, die unter Todesandrohung gezwungen werden, für eine Sache zu morden, die nicht die ihre ist.