Kommentar: Das ist der wahre Grund für den Ausverkauf an den US-Börsen

Der 4.4.2025 – es ist ein Datum, das man sich gut merken kann. Und die Chancen stehen gut, dass es in die Finanzgeschichte eingehen wird. Es ist der Tag, an dem Investoren weltweit zwei wichtige Aha-Momente hatten und ihre Strategien plötzlich und radikal ändern mussten. Die Folge: An den Aktienbörsen wurden Billionen an Marktkapitalisierung vernichtet. Und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Turbulenzen in der neuen Woche direkt weitergehen werden.
Erkenntnis eins: US-Präsident Trump meint es tatsächlich ernst mit seiner Zollstrategie. Sicher, er hat es im Wahlkampf immer und immer wiederholt: Importzölle in Höhe von 60 Prozent auf chinesische Güter, 20 Prozent auf europäische Güter, so die Ankündigung vor der Präsidentschaftswahl Anfang November. „Zölle sind der schönste Begriff im Wörterbuch“, hatte Trump noch nachgelegt. Und dennoch wollten es viele Investoren schlicht nicht wahrhaben, dass Trump tatsächlich so weit gehen würde.
Zu verlockend waren die anderen Dinge, die Trump ebenfalls in Aussicht gestellt hatte: Steuersenkungen für Vermögende und eine Deregulierungsoffensive, die die Aktienkurse zusätzlich nach oben treiben sollte. Also verwiesen Wall-Street-Profis reihenweise auf Trumps erste Amtszeit. „Da kamen die Dinge dann ja auch nicht so schlimm, wie er es zuerst angedroht hatte“, sagte ein langjähriger Investor. „Doch ich muss leider zugeben, ich lag falsch.“