Kommentar: Der Getreidedeal nützt im Ukraine-Krieg vor allem Russland
AUGUST 2, 2022: The Razoni bulk carrier under the flag of Sierra Leone, loaded with Ukrainian grain, is pictured off Turkey s coast. The ship left the port of Odessa on August 1. Representatives of Turkey, Russia, Ukraine and the United Nations, members of the Joint Coordination Centre, will inspect the vessel on August 3. Russia, Ukraine, Turkey and the UN signed a deal to resume Ukrainian grain exports through the Black Sea on July 22. Turkey s Defense Ministry/TASS THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS13CBB6
Foto: IMAGO/ITAR-TASSInzwischen ist das Abkommen nach Angaben des türkischen Präsidenten Erdogan, der den Deal vermittelt hatte, wieder aktiv. Nach drei Tagen sollen heute wieder regulär ukrainische Getreideschiffe auslaufen dürfen. Die Weltgemeinschaft sollte sich dennoch gut überlegen, ob es richtig ist, das Mitte November ablaufende Abkommen wie geplant zu verlängern. Unter Umständen wäre der Ukraine mehr geholfen, wenn das Abkommen einfach ausläuft – und Russland damit einer seiner letzten politischen Hebel genommen wird.
Zunächst signalisierte Moskau mit der Einwilligung im Juli Dialogbereitschaft. Im Westen hoffte man, über den Getreidedeal Russland zum Einlenken bewegen zu können; in der Ukraine wiederum, den Pakt auf andere Exportprodukte wie Stahl auszuweiten.
Statt einer Deeskalation folgte die Ausweitung des Kriegs. Vor wenigen Wochen machte Russland Druck, im Gegenzug für das Abkommen die westlichen Sanktionen gegen russische Düngemittelexporte zu lockern.