Kommentar: Deutschland braucht eine Wachstumswende – keinen Kulturkampf

War das schon der Ruck, der durch Deutschland gehen muss? Die Wende zu mehr Wachstum? Man sollte vorsichtig sein mit allzu optimistischen Prognosen, aber zumindest war es ein Aufbruchssignal – und ein überfälliger Kontrast zu den Koalitionsquerelen um die Besetzung des Bundesverfassungsgerichts.
Im Kanzleramt haben 61 Unternehmen - Großkonzerne, Mittelständler und Investoren – eine Allianz für ein wirtschaftlich starkes Deutschland gegründet. Mehr als 600 Milliarden Euro wollen sie in den nächsten drei Jahren in die heimische Wirtschaft investieren und damit die Grundlage dafür schaffen, technologisch an der Weltspitze zu bleiben.
Ja, viele Investitionen waren schon länger geplant. Dennoch: Das öffentlichkeitswirksame Bekenntnis zum Heimatstandort ist wertvoll. Denn der seit Jahren stagnierenden deutschen Wirtschaft steht ein Doppelschock bevor. Selbst wenn es in den verbleibenden eineinhalb Wochen noch gelingt, mit US-Präsident Donald Trump ein Abkommen auszuhandeln und das Worst-Case-Szenario eines 30-Prozent-Zolls gegen Europa abzuwenden, wird der Handel massiv erschwert. Die Hoffnung auf ein Nullzollabkommen hat selbst Bundeskanzler Friedrich Merz inzwischen aufgegeben.