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Kommentar Die Rezession bedeutet für die Schwellenländer ein Ende der Aufholjagd

Die Weltwirtschaftskrise stößt viele Schwellenländer zurück in die Armut. Das hat auch für Deutschland Folgen.
08.06.2020 - 15:48 Uhr 2 Kommentare
Die Rolle von Schwellenländern wie Brasilien in der Weltwirtschaft ist die der Rohstoff- und Vorlieferanten. Bei ihren Firmen werden als Erstes Aufträge ganz gestrichen. Quelle: dpa
Brasilien

Die Rolle von Schwellenländern wie Brasilien in der Weltwirtschaft ist die der Rohstoff- und Vorlieferanten. Bei ihren Firmen werden als Erstes Aufträge ganz gestrichen.

(Foto: dpa)

Je länger das Coronavirus um die Welt zieht, desto deutlicher wird: Unter dieser Krise werden die ärmeren Länder länger zu leiden haben als die reichen. Die tiefe Rezession geht ihnen an die wirtschaftliche Substanz, wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds unermüdlich betonen. Ihre Rolle in der Weltwirtschaft ist die der Rohstoff- und Vorlieferanten und der verlängerten Werkbank. Bei ihren Firmen werden daher als Erstes Aufträge ganz gestrichen.

Weil die Schwellenländer verwundbar sind, leiden sie bei jedem Krisenanzeichen sofort unter Kapitalflucht. Ihre Währungen schwächeln in der Folge, und in Normalzeiten erträgliche Dollar-Schulden werden plötzlich unbezahlbar.

Den Regierungen fehlt so das Geld, sich gegen die Krise zu stemmen. Die Finanzierung der Bildung gerät ins Stocken, was die Rückkehr auf den Aufstiegspfad zum Wohlstand zusätzlich erschwert.
Auch wenn es bereits erste Schuldenstundungen für die allerärmsten Länder und beispiellos umfangreiche Kreditlinien des IWF für Schwellen- und Entwicklungsländer gibt: In den reichen Industriestaaten herrscht noch viel zu sehr die Pandemie-bedingte Beschränkung auf die jeweils nationalen Nöte vor. Auch in Deutschland.

Das ist kurzsichtig, weil kaum ein anderes Land seit den 1990er-Jahren so sehr von der internationalen Arbeitsteilung profitiert hat wie die Exportnation Deutschland. Wenn Lieferketten reißen und Exportmärkte wegfallen, wird die Erholung nach dem Lockdown auch hierzulande länger dauern.

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    Die Pandemie ist ein weltweiter Schock, dem sich kein Land entziehen kann. Umso notwendiger ist es, den Wiederaufschwung so gut wie nur möglich zu koordinieren. Nach der Finanzkrise gelang dies den 20 größten Industrie- und Schwellenländern gemeinsam.

    Leider aber ist der G20-Verbund geschwächt, seit nicht nur die USA auf dem Rückzug ins Nationale sind. Einmal mehr zeigt sich: Die Europäer sind gefragt, nicht nur die EU, sondern auch die Welt zusammenzuhalten.

    Mehr: US-Notenbank berät über weitere Schritte in Coronakrise

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Die Rezession bedeutet für die Schwellenländer ein Ende der Aufholjagd"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der chin. Staats-Kapitalismus wird Schwellen-Ländern vermutlich helfen. In Schwellen-Länder wird China mehr und mehr investieren, davon ist auszugehen. Die Führung in China hat schon längst erkannt, dann man mit Investitionen in Schwellen-Ländern die chin. Industrie gut beschäftigen kann. China liefert Güter und baut auch noch mit chin. Arbeitern in Schwellen-Ländern die Infrastruktur auf. Finanziert wird das durch das Chin. Staatsbanken-System, mittels geschöpftem Geld. So bekommt China auch noch Zinsen. Würde Europa oder USA derartiges versuchen, würde es an der Finanzierung scheitern. In Europa würde man nicht mal eine lächerliche Milliarde auftreiben können, während China mal schnell für nur ein Projekt 100 Milliarden Dollar schöpft. Für arme Länder ist die Zukunft China, während Alt-Europa noch als Fluchtziel für Überbevölkerung dienlich ist.

    • Umso notwendiger ist es, den Wiederaufschwung []über G20] so gut wie nur möglich zu koordinieren. Nach der Finanzkrise gelang dies den 20 größten Industrie- und Schwellenländern gemeinsam.

      Was soll diese Art von Koordination bringen?

      Alle Staaten versuchen ohnehin mit maximalen Verschuldungs- und Geldmengenausweitungsprogrammen die Wirtschafts anzukurbeln.

      Ich glaube, dass sich viele Menschen einfach zuviel von zentralistischen Regierungsansätzen versprechen egal ob es dabei um die EU, die G20 oder gar eine Weltregierung geht.

      Jedes Land kann sich selbst helfen und hilft damit immer auch allen anderen Ländern.

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