Kommentar: Die ukrainische Gegenoffensive kommt mit einer Warnung an die Verbündeten

Nicht ohne Grund warnen ukrainische Regierungsvertreter seit Wochen vor zu hohen Erwartungen mit Blick auf die Gegenoffensive.
Foto: IMAGO/ZUMA WireWährend die Welt auf den zerstörten Kachowka-Staudamm im Süden der Ukraine schaut, gerät beinahe in Vergessenheit, worauf vor allem die westlichen Verbündeten des Landes so lange gewartet haben: die Gegenoffensive durch das ukrainische Militär. Am Wochenende hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski verkündet, sein Land sei nun bereit.
Seit Montag signalisieren jetzt sowohl ukrainische als auch russische Stellen, dass entsprechende Operationen begonnen hätten. Russische Behörden meldeten offensive Aktionen unter anderem an fünf Frontabschnitten im Gebiet Donezk, ukrainische Stellen sprachen von offensiven Aktionen, ohne genaue Frontabschnitte zu nennen.
Dabei ist der Druck auf die Ukraine enorm. Hoch sind die Erwartungen an die Armee des Landes, große Stücke Land zu befreien, genährt durch die Erfolge vom vergangenen Spätsommer und Herbst, als die ukrainische Armee die russischen Truppen auf das östliche Dnepr-Ufer zurückdrängte und im November die Stadt Cherson befreien konnte.
Nicht ohne Grund warnen ukrainische Regierungsvertreter aber seit Wochen vor zu hohen Erwartungen. Diese Warnungen richten sich vor allem an die westlichen Verbündeten.