Kommentar: Die Zeit der Kompromisse bei VW ist vorbei

Am Mittwoch ist Showtime bei VW. Wieder einmal. Die Tarifverhandlungen mit der IG Metall sind das i-Tüpfelchen einer weiteren Krisenwoche bei Deutschlands größtem Autobauer. Und schon jetzt ist klar: Eine Einigung dürfte schwierig werden. In den vergangenen Tagen kursierte eine „Giftliste“ mit Sparmaßnahmen des Vorstands für die VW-Belegschaft. Am Montag schlug der Betriebsrat Alarm und machte die Pläne öffentlich.
Seitdem ist klar: Mindestens drei VW-Werke in Deutschland wackeln. In den verbleibenden dürfte der Autobauer Kapazitäten abbauen. Zehntausende Arbeitsplätze stehen aus Sicht der Arbeitnehmervertreter auf dem Spiel. Hinzu kommen pauschale Lohnkürzungen, der Verzicht auf Bonuszahlungen und Jubiläumsprämien, die nicht mehr gezahlt werden sollen. Klar, das sind Maximalforderungen. Dennoch: Die fetten VW-Jahre wären endgültig vorbei. Viele der Vorschläge hat es in Wolfsburg noch nie gegeben.
Das Vertrauen zwischen Mitbestimmung und Vorstand schwindet
In der Analyse sind sich alle Beteiligten einig, dass bei VW dringend etwas passieren muss. Einige VW-Werke in Deutschland haben eine doppelt so hohe Kostenstruktur wie die Werke der Konkurrenz, wie der Markenchef jetzt vorgerechnet hat. Das kann man nicht einfach als Argument abtun. Selbst unter Hochschulabsolventen gilt es als Allgemeinwissen, dass VW Autos für die Masse baut und dafür Premiumgehälter zahlt.