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KommentarFührungskrise bei Deutz: Ohne Not mit sich selbst beschäftigt

Der älteste Motorenbauer der Welt schwächt sich durch den Zoff an der Spitze. Das wird teuer für die Firma und ist ärgerlich für die Aktionäre.Martin-W. Buchenau 13.02.2022 - 17:14 Uhr Artikel anhören

Der Motorenbauer aus Köln wechselt das Spitzenpersonal aus.

Foto: Deutz AG

Wenn schon Corona den kölschen Karneval einhegt, dann muss der älteste Motorenbauer der Welt dafür sorgen, dass es am Rhein nicht langweilig wird. Was sich da seit drei Monaten bei Deutz abspielt und am Wochenende im Wechsel an der Spitze von Vorstand und Aufsichtsrat gipfelte, muss gar nicht im Detail betrachtet werden.

Denn eines ist klar: Es ist ein Debakel und schadet dem gesamten Unternehmen.

Die Investoren werden das Versagen der Führungsspitze sicherlich bei der Hauptversammlung in wenigen Wochen noch einmal detailliert aufarbeiten. Es lässt sich jedoch schon jetzt festhalten, dass der Aufsichtsrat versagt hat.

Es ist nicht zu viel verlangt von den Aufsehern einer Firma mit knapp 1,7 Milliarden Euro Umsatz, eine Frau in den Vorstand zu berufen. Gerade so, wie es das Gesetz vorsieht.

Und dass Aufsichtsratschef Bernd Bohr erst den Vertrag von Vorstandschef Frank Hiller um fünf Jahre verlängert hat und ihn jetzt abserviert, ist nahezu beispiellos. Der Fall erinnert allenfalls an Bernd Pischetsrieder bei Volkswagen oder Klaus Deller, der seinen Job bei Schaeffler erst gar nicht antreten musste. Auch für Bohrs Rückzug ins zweite Glied, vom Aufsichtsratschef zum jetzt einfachen Mitglied, gibt es nur wenig Beispiele.

Deutz: Der Aufsichtsrat hat versagt

Die wichtigste Eigenschaft eines Chefaufsehers, Souveränität, sieht jedenfalls anders aus. Aber es liegt natürlich nicht allein am Aufsichtsrat, zu einem Streit gehören mindestens zwei. Auch Hiller muss sich fragen, ob er alles richtig gemacht hat.
Wichtig für die Anleger ist bei der Schlammschlacht vor allem: Es wird unter dem Strich teuer für Deutz. Der ausgebootete Vorstandschef Frank Hiller wird sich gegen den Rauswurf wehren. Fünf Millionen aufwärts wird er sicher für seinen Fünfjahresvertrag erstreiten können, notfalls vor Gericht.
Deutz hat es sich geleistet, sich ein Vierteljahr mitten in der Transformation zu neuen Antrieben nur mit sich selbst zu beschäftigen. Dabei steht die Zukunft des Traditionshauses auf dem Spiel. Das ist fahrlässig. Kein leichter Job für den neuen Chef Sebastian Schulte, dem es zudem an Technikexpertise fehlt.

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