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Kommentar Ohne Hilfe aus der Politik hat die Stahlindustrie keine Chance

Die Stahlbranche steht in Europa am Scheideweg. Global ist sie kaum konkurrenzfähig. Ohne politische Hilfe wird es sie bald nicht mehr geben.
04.06.2020 - 18:40 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise trifft die Stahlindustrie schwer. Doch auch ohne Rezession wäre die Branche den bevorstehenden Herausforderungen nicht gewachsen. Quelle: imago images/photothek
Stahlkocher von Arcelor-Mittal

Die Coronakrise trifft die Stahlindustrie schwer. Doch auch ohne Rezession wäre die Branche den bevorstehenden Herausforderungen nicht gewachsen.

(Foto: imago images/photothek)

Die Coronakrise hat die europäische Wirtschaft vor entscheidende Fragen gestellt. Eine davon lautet: Können wir uns jederzeit auf die Lieferfähigkeit unserer globalen Handelspartner verlassen – oder sollten wir in Zukunft lieber wieder mehr Produkte selbst herstellen, um nicht in gefährliche Abhängigkeiten zu geraten?

Die Antwort darauf dürfte je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Idealerweise geht einer solchen Entscheidung eine reifliche Überlegung voraus. Im Fall der Stahlindustrie aber drohen die äußeren Umstände die Entscheidung zu erzwingen: Schon unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist die europäische Stahlindustrie auf dem Weltmarkt kaum konkurrenzfähig. Durch hohe Investitionen, die den Herstellern wegen der EU-Klimaziele bevorstehen, droht sich die Lage weiter zu verschlimmern.

Zwar haben nahezu alle politischen Akteure, insbesondere die Ministerpräsidenten der stahlproduzierenden Bundesländer sowie Wirtschaftsminister Peter Altmaier, regelmäßig betont, wie wichtig eine heimische Stahlproduktion für die nachgelagerten Industrien ist. Doch das Kernproblem hat noch keiner von ihnen adressiert. Wie soll klimaneutraler Stahl im Wettbewerb bestehen, wenn er sich qualitativ nicht von der klimaschädlichen Konkurrenz im Ausland unterscheidet, sondern in erster Linie höhere Kosten verursacht?

Wenn Berlin und Brüssel die Hersteller mit dieser Frage alleinlassen, wird die Antwort lauten: gar nicht. Was das am Ende bedeutet, hat der deutsche Steinkohlenbergbau gezeigt, der mangels Wirtschaftlichkeit nach jahrzehntelangen Subventionen vor anderthalb Jahren endgültig eingestellt wurde.

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    Doch anders als bei der Kohle lässt sich der Untergang der Stahlindustrie verhindern. Nämlich, indem Anreize geschaffen werden, die den Verbrauch von grünem Stahl für die Abnehmerindustrien attraktiver beziehungsweise klimaschädlichen Stahl aus dem Ausland unattraktiver machen. Noch ist es dafür nicht zu spät.

    Mehr: Klimaschutz und Corona stellen die Stahlindustrie vor unlösbare Aufgaben.

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