Kommentar: Putins Dreistigkeit macht fassungslos – Der Westen muss an fünf Grundsätzen festhalten
Putin zelebrierte vergangenen Freitag die völkerrechtswidrige Annexion von besetzten ukrainischen Gebieten.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Dreistigkeit macht fassungslos. Da ist ein Wladimir Putin, der selbst in seinen staatlich manipulierten TV-Kanälen zeigen lässt, wie russische Soldaten die Referenden-Organisatoren in ukrainische Privathäuser begleiten. So als sei es das Normalste der Welt, eine Abstimmung mit einem Gewehr an der Schläfe durchzuführen.
Da ist ein Wladimir Putin, der aus diesen Scheinreferenden das Recht ableitet, Territorien eines souveränen Staates zu annektieren. Und da ist schließlich ein Wladimir Putin, der einen Angriff auf das geraubte neue Russland als Angriff auf die territoriale Integrität des Mutterlandes sieht – das er mit Nuklearwaffen zu verteidigen gedenkt. Putin spricht diese Abschreckungsdrohung aus, während seine Soldaten noch in den annektierten Gebieten kämpfen.
Es ist absurd. Noch absurder aber wäre es, würde der Westen sich durch diese archaische Taktik des Kriegsherrn einschüchtern lassen. Putin nennt diesen abscheulichen Krieg immer noch Spezialoperation, obwohl die Russen diesen Krieg seit der Teilmobilmachung längst nicht mehr nur als ein TV-Spektakel wahrnehmen, sondern als tödliche Realityshow.