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KommentarSteuerberater und Private Equity – das kann passen

Steuerberater werden Finanzinvestoren auch per Gesetz nicht dauerhaft fernhalten können. Deren Engagement kann eine Chance für die Branche sein, wenn der Rahmen stimmt.Bert Fröndhoff 09.11.2025 - 09:52 Uhr
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Steuerberater suchen nach Kapital für die Digitalisierung. Foto: IMAGO,dpa (M)

Jetzt hat die deutsche Steuerberaterbranche ihre „Heuschrecken“-Debatte. In der Branche herrscht folgendes Horrorszenario: Finanzinvestoren kaufen sich in die Firmen ein, überziehen sie mit maßlosen Renditeforderungen, ziehen alsbald mit vollen Taschen weiter und gefährden dazu noch die Unabhängigkeit der gesamten deutschen Steuerberaterlandschaft.

Zweifel daran sind angebracht. Notwendig ist eine sachliche Debatte mit dem Ziel, den Vormarsch der Finanzinvestoren in die richtige Richtung zu lenken. Der Versuch einer Abschottung per Gesetz, wie sie das Finanzministerium plant, ist dafür nicht der richtige Weg.

Investoren haben den Markt für sich entdeckt

Die Steuerberater werden Private Equity nicht fernhalten können. Die kapitalkräftigen Investoren haben den Markt für sich entdeckt, weil er ihrem Beuteschema entspricht: kleinteilig, Potenzial für Größe und Professionalisierung, dazu ein konjunkturstabiles Geschäft.

Rechtliche Möglichkeiten für ein Engagement werden die Investoren auch nach einer Gesetzesverschärfung finden. Zudem treffen sie offenbar vielerorts auf verkaufsbereite Kanzleien – und das hat Gründe. Es fehlen Nachfolger und Kapital für Digitalisierung und den Wettbewerb um Talente.

Die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder bringen das Dilemma auf den Punkt: Berufsträger ohne Kapital und Technologie treffen auf Kapital und Technologie ohne Berufsrecht. Das trifft sicher nicht auf die gesamte Branche zu. Größere Gesellschaften werden den Wandel aus eigener Kraft stemmen können, dafür müssen aber auch sie eine hohe Rendite für Investitionen erwirtschaften.

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Für andere kann das Interesse von Private Equity eine Chance sein. Die Bedenken gegen eine Zusammenarbeit haben Gewicht, vor allem, wenn es um die Sicherung der Unabhängigkeit der Gesellschaften geht. Auf einem dafür wirksamen Rahmen sollte der Fokus bei gesetzlichen Vorschriften liegen. Aber nicht nur dort.

Die Firmen haben es selbst in der Hand, gemeinsam mit Investoren eine vertrauensstiftende Governance-Struktur zu schaffen. Gelingt ihnen das nicht, dürften sich die Kunden gegen sie entscheiden. Steuerberater und Private Equity – das kann mit den richtigen Leitplanken passen.

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