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Kommentar Tech-Rally am Aktienmarkt: Es lebe die langlebige Bubble!

Die Situation an den Aktienmärkten erinnert an die vor 20 Jahren – an die Dotcom-Blase. Aber in gewisser Weise ist sie gerade das Gegenteil davon.
28.08.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Wie stabil ist die Bubble? Quelle: dpa
Seifenblase vor dem Gebäude der EZB in Frankfurt

Wie stabil ist die Bubble?

(Foto: dpa)

Da ist sie wieder, die alles entscheidende Frage: Leben wir in einer „Bubble“, in einer gewaltigen Kursblase? Stecken wir schon mittendrin, oder kommt der größte Aufschwung noch? Dabei wird auch heftig diskutiert, ob sich die heutige Situation mit der vor rund 20 Jahren vergleichen lässt, der sogenannten Dotcom-Blase, die bei ihrem Zerstäuben in Deutschland den „Neuen Markt“ ins Nirwana befördert hat.

Entscheidend ist ein Punkt: Für die Aktien gibt es keinen Maßstab mehr. Normalerweise lässt sich die Dividendenrendite, die Ausschüttung als Prozentsatz des Kurses, mit der Rendite von Anleihen vergleichen. Oder, noch besser: Die Gewinnrendite, also der gesamte Gewinn im Verhältnis zum Preis der Aktie, wird in Relation zum Ertrag der Zinspapiere gesetzt. Traditionell galt, dass Anleger wegen des höheren Risikos von der Aktie mehr Rendite verlangen als von der Anleihe. Wenn also das Zinspapier zum Beispiel drei Prozent brachte, erwartete man von Aktien vielleicht sechs Prozent.

Dieser Maßstab ist vor 20 Jahren verloren gegangen, weil viele Internetwerte überhaupt keinen Gewinn ausgewiesen haben. Heute trifft das nur für wenige Tech-Firmen zu. Tesla ist ein interessantes Beispiel: Die Firma von Elon Musk verdient ihr Geld nicht mit den Autos, sondern indem sie anderen Autokonzernen ihre Umwelt-Credits verkauft, die sie von den Behörden als Hersteller von Elektroautos zugebilligt bekommt.

Heute passt der Maßstab nicht mehr, weil die Anleihen keine Rendite mehr aufweisen – oder ihren Anlegern sogar ein laufendes Minus bescheren. Damit haben wir zwei grundsätzlich verschiedene Situationen vor 20 Jahren und heute: Damals waren Aktien im Vergleich rechnerisch unendlich teuer, heute sind sie im Vergleich unendlich billig, weil die Anleihen unendlich teuer sind.

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    Vielleicht erklärt sich daraus, dass selbst eine schwere Krise wie die Corona-Pandemie die Blase, die sich seit Jahren angefüllt hat, nicht zum Platzen brachte, sondern nur dazu, Luft abzulassen und sich gleich wieder neu zu füllen.

    Leben wir also in einer ewigen Blase? Wohl kaum, aber in einer sehr langlebigen. Sollte der reale Zins, also der Prozentsatz nach Abzug der Inflationsrate, irgendwann zurückkehren, kann es gefährlich werden. Aber der Realzins gleicht immer mehr einem Alien – oder einem Mythos aus grauer Vorzeit.

    Mehr: Anleger warten nicht mehr auf fallende Kurse

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