Kommentar: Vertraue niemandem! Schon gar nicht dem Weißen Haus

Ein eilig zusammen getippter Truth-Social-Post, und das transatlantische Verhältnis ist wieder einen Schritt näher am Abgrund: 50 Prozent Strafzölle auf alle Importe hat US-Präsident Donald Trump der Europäischen Union am Freitag angedroht.
Dabei sah es in den vergangenen Wochen noch so aus, als würde man sich vorsichtig annähern. „Sie ist so fantastisch, ich hoffe, wir werden uns treffen“, sagte Donald Trump über EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
„Die Vereinigten Staaten und Europa spielen in einem Team“, erklärte sein Vize J.D. Vance. Man werde die Handelsstreitigkeiten „zeitnah beilegen“ und sei auf einen „engen Austausch“ bedacht, hieß es im ersten Telefonat zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz.
Trump will ab Juni 50-Prozent-Zölle auf EU-Importe – Dax bricht ein
Das klingt doch gar nicht so schlimm, oder? Zwischenzeitlich wirkte es fast so, als müsse man Trumps Drohungen gegen die EU und Deutschland nicht allzu ernst nehmen – als ob Attacken wie die jüngste 50-Prozent-Keule eher dazu dienen, vor seinen Anhängern den starken Mann zu markieren, während er im Hintergrund kompromissfähiger ist.