Kommentar: Vertraut bald niemand mehr den US-Statistiken?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Zollfuror des US-Präsidenten in den US-Inflationsstatistiken sichtbar wird. Die Preise stiegen im Juli zwar wie im Vormonat nur um 2,7 Prozent. Aber die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise legte um 3,1 Prozent zu.
Das ist nicht dramatisch, aber bemerkenswert, und: Es ist erst der Anfang. Denn es dauert, bis die Zölle in die Preise einsickern, allein schon deshalb, weil die exportierenden Unternehmen bei dem täglichen Hin und Her der Zollankündigungen erst mal zögern, bevor sie die Preise auf ihre Produkte aufschlagen. Schwieriger könnte die Kalkulation der Margen unter derzeitigen Umständen kaum sein.
Dass allerdings ein Teil, wahrscheinlich sogar ein Großteil der Strafzölle, die Donald Trump über den Rest der Welt verhängt, in der langen Frist vom US-Konsumenten getragen werden muss, darüber herrscht unter Ökonomen weitgehend Konsens.
Fest steht auch: Die aktuellen Inflationsdaten haben eine ökonomische, eine geldpolitische und eine politische Dimension, die kaum zu unterschätzen sind.