Kommentar: Von Dänemark lässt sich vieles lernen

Es ist besorgniserregend: Deutschland fällt im neuen Innovationsranking von BDI und Roland Berger weiter zurück. Von insgesamt 35 untersuchten Ländern kommt Deutschland nur noch auf Rang 12. Kleinere Länder dagegen zeigen, wie es anders geht. Insbesondere Dänemark, das sich in den vergangenen Jahren stark verbesserte.
Diese Entwicklung kommt überraschend. Wie kann ein Hochlohnland wie Dänemark mit einem ausgeprägten Sozialstaat das schaffen? Die Erklärung ist einfach. Hohe Löhne sind für Institute oder Unternehmen, die sich mit Schlüsselinnovationen beschäftigen, eher nebensächlich. Viel wichtiger ist es für sie, qualifizierte Mitarbeiter, also die richtigen Ingenieure, Entwickler oder Physiker, zu bekommen.
Dänemark hat es geschafft, zahlreiche Cluster wie in Biotechnologie, Pharma oder Finanzdienstleistungen zu schaffen, in denen der Austausch von Universitäten, Forschung und Wirtschaft eng ist und gelebt wird. Dort versucht der Staat nicht zu bremsen, sondern zu helfen, beispielsweise mit einer pragmatischen Einwanderungspolitik oder einer gebündelten Förderung.
Novo Nordisk ist innovativ und erfolgreich
Das Paradebeispiel für das dänische Erfolgsmodell ist Novo Nordisk. Der Pharmakonzern ist mit seinen Innovationen wie den Diabetes- und Abnehmmitteln das wertvollste Unternehmen Europas geworden.
Start-ups mit einer Milliarden-Euro-Bewertung wie das Fintech Pleo, die Bewertungsplattform Trustpilot oder der Cloud-Softwaredienst Zendesk zeigen, wie Dänemark Forschung in Dienstleistungen und Produkte bringt.
Die Erfolgsformel: pragmatische Politik, die engmaschige Vernetzung von Forschung und Wirtschaft und nicht zu vergessen Hygge – die dänische Kunst des Entspannens. Davon kann sich Deutschland einiges abschauen.