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Kommentar Vorsicht vor dauerhaftem Homeoffice!

Erste Unternehmen wie Facebook überlegen, dauerhaft dezentral zu arbeiten. Die Idee ist reizvoll und birgt viele Vorteile – aber auch große Risiken.
22.05.2020 - 17:27 Uhr Kommentieren
Fraglich ist, ob Arbeitsbedingungen daheim eigentlich überprüft werden können. Quelle: Imago
Homeoffice

Fraglich ist, ob Arbeitsbedingungen daheim eigentlich überprüft werden können.

(Foto: Imago)

Die guten Erfahrungen mit dem Homeoffice bringen Unternehmen auf ganz neue Ideen. Was wäre, wenn die Mitarbeiter gar nicht mehr zurück in die Büros kämen? Für Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist bereits klar: Er könnte Mitarbeiter gewinnen, die nicht an den Firmensitzen leben wollen, und ihnen weniger Geld zahlen, wenn sie in Städten mit niedrigeren Mieten wohnten. Er kann sich vorstellen, dass in zehn Jahren die Hälfte seiner Mitarbeiter über die Welt verteilt leben und arbeiten.

Ein reizvolles Gedankenspiel. Denn auch für Mitarbeiter liegen die Vorteile auf der Hand. Wer nicht mehr pendeln muss, gewinnt Lebenszeit. Paare müssten sich bei Jobofferten seltener für die Karriere des einen oder des anderen Partners entscheiden. Großeltern könnten auf ihre Enkel aufpassen, wenn die Eltern mit ihnen nicht in eine andere Stadt ziehen müssten. Das alles entlastet auch die Umwelt, davon profitierten alle.

Die Liste der Vorteile ließe sich noch lange fortsetzen. Deshalb liebäugeln auch andere Unternehmen und Arbeitnehmer mit dem Ende des Bürozeitalters. Aber Vorsicht, massenhaftes Homeoffice hätte auch Nachteile für Menschen und Gesellschaft. Unternehmen bieten nicht nur Geld gegen Arbeitskraft. Sie bieten Menschen auch einen Arbeitsplatz. Damit sind nicht nur Schreibtischstuhl und Rollcontainer gemeint. Vielmehr ist ein Arbeitsplatz auch Lebensmittelpunkt und eine soziale Gemeinschaft.

Ob Pförtner oder Finanzchefin, Berufseinsteigerin oder Mitarbeiter in Altersteilzeit, Techniker oder Vertrieblerin: Jede Begegnung in Fahrstuhl und Kantine erinnert alle daran, dass sie gemeinsam ihre Firma am Laufen halten, voneinander abhängig und füreinander verantwortlich sind. Nirgendwo sonst wird so deutlich, warum der Einzelne die Gesellschaft braucht, warum Steuern zahlen wichtig ist und Kinderbetreuung alle etwas angeht. Echte Begegnungen am Arbeitsplatz schützen am Ende auch die Gesellschaft vor der Erosion.

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    Es ist ein großer Unterschied, ob eine Gemeinschaft aus Kollegen vorübergehend ins Homeoffice zieht und an den gemeinsamen Arbeitsort zurückkehren soll oder ob die Mitarbeiter schon dezentral rekrutiert wurden. Das sollte bei der aktuellen Homeoffice-Euphorie berücksichtigt werden.

    Kurzfristig mögen die Vorteile überwiegen. Aber langfristig? Wer würde sich noch im Betriebsrat engagieren, wenn er Kollegen nur aus Videokonferenzen kennt? Können Arbeitsbedingungen daheim eigentlich überprüft werden? Könnten Arbeitgeber sich womöglich ihrer sozialen Verantwortung entziehen? Homeoffice für immer ist eine interessante Idee. Aber sie bedarf reiflicher Überlegung und noch mehr Erfahrung. Sie könnte fatale Folgen für alle haben.

    Mehr: Zuckerberg: In zehn Jahren geht jeder zweite Facebook-Mitarbeiter nicht ins Büro.

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