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Kommentar Wachsende Nachfrage trifft auf schrumpfendes Angebot: Sichere Staatsanleihen sind rar

Die Euro-Staaten werden 2020 wohl so wenige Staatsanleihen ausgeben wie zuletzt 2008. Die Politik der schwarzen Null birgt so mehrere Probleme.
09.01.2020 - 15:07 Uhr Kommentieren
Sichere Anlageformen wie die Bundesanleihe werden immer knapper. Quelle: dpa
Frankfurter Börse

Sichere Anlageformen wie die Bundesanleihe werden immer knapper.

(Foto: dpa)

Im neuen Jahr wird es für die Investoren noch schwieriger, sichere Staatsanleihen zu ergattern. Analysten der US-Bank JP Morgan schätzen, dass die Euro-Staaten 2020 netto so wenig Anleihen ausgeben wie zuletzt im Jahr 2008. Grund ist nicht zuletzt die Politik der schwarzen Null in Deutschland.

Wenn der Staat keine neuen Schulden macht oder welche zurückzahlt, gibt es nun mal weniger Staatsanleihen und damit weniger besonders sichere Anlageformen. Das bringt all jene in Bedrängnis, die darauf angewiesen sind, Versicherer zum Beispiel, aber auch die Sparer. Die Politik sollte sich dieser Konsequenzen bewusst sein.

Natürlich sind auch die Anleihekäufe der Notenbanken ein Grund für die Knappheit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits für über 2,5 Billionen Euro Anleihen der Euro-Staaten gekauft. Seit November erhöht sie ihren Bestand Monat für Monat um weitere 20 Milliarden Euro. Diese Papiere sind dem Markt erstmal entzogen.

Letztlich hängen aber auch die Anleihekäufe der EZB mit der vorsichtigen Finanzpolitik der Euro-Länder und vor allem Deutschlands zusammen. Anders als in den USA hat im Euro-Raum fast ausschließlich die EZB die Wirtschaft in den vergangenen Jahren gestützt. Von der Finanzpolitik kamen dagegen kaum Impulse.

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    Die EZB will ihre Käufe so lange fortsetzen, bis ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent erreicht ist. Allerdings hat die Notenbank ihre Mittel weitgehend ausgereizt und kann alleine nur noch wenig bewirken. Je offensiver Deutschland die Finanzpolitik einsetzt und investiert, desto schneller wird die EZB ihr Ziel erreichen.

    Die Finanzpolitik hat also großen Einfluss auf das Angebot an sicheren Anlageformen. Diese Wertpapiere sind das Fundament der Altersvorsorge in Deutschland. In der Vergangenheit hat der Staat den nötigen Grundbestand an sicheren Anlageformen durch Bundesanleihen zur Verfügung gestellt.

    Doch darauf können sich die Investoren immer weniger verlassen, weil in Deutschland die Staatsverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sinkt. Eine größere Nachfrage trifft auf ein immer geringeres Angebot. Auf Dauer bleibt daher nur eine Wahl: Entweder verabschiedet sich Deutschland irgendwann von der schwarzen Null oder es müssen Alternativen zur Bundesanleihe entwickelt werden.

    Mehr: Sichere Zinspapiere wie deutsche Staatsanleihen gehörten zu den überraschenden Gewinnern für Anleger des Jahres 2019. Doch zuletzt gab es eine deutliche Korrektur.

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