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Nachhaltigkeit Banker dürfen im grünen Überschwang nicht übers Ziel hinausschießen

Geldhäuser können bei der Wende zur Nachhaltigkeit helfen. Aber nur, wenn sie die richtigen Mittel einsetzen und sich keine faulen Kredite von morgen in die Bilanzen holen.
28.01.2020 - 16:46 Uhr Kommentieren
Was können Banken tun, um die Wende zum nachhaltigen Wirtschaften zu fördern ohne zu hohe Risiken einzugehen? Quelle: dpa
Klimaproteste in der Finanzmetropole London

Was können Banken tun, um die Wende zum nachhaltigen Wirtschaften zu fördern ohne zu hohe Risiken einzugehen?

(Foto: dpa)

Banken sind ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, unsere Wirtschaft grüner zu machen. Aber die Banker sollten aufpassen, dass sie im Überschwang der ökologischen Begeisterung nicht über das Ziel hinausschießen und sich die faulen Kredite von morgen in die Bilanzen holen.

Am besten lässt sich dieser Punkt anhand des französischen Instituts Natixis illustrieren, einem der Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit in der Finanzszene. Im vergangenen September führten die Franzosen einen sogenannten Green-Weight-Faktor ein. Das bedeutet, dass die Bank für Kredite an Umweltverschmutzer mehr Kapital zurücklegt und im Gegenzug für grüne Projekte weniger.

Der erste Teil dieses Konzepts ist im Prinzip eine gute Idee. In den Bilanzen der Banken schlummern jede Menge Klimarisiken, die bei der Bewertung von Kreditengagements genauso berücksichtigt werden sollten wie jedes andere ökonomische Risiko auch. Die Schwierigkeit dabei: Noch hat sich kein Modell durchgesetzt, mit dem sich wirtschaftliche Klimarisiken ausreichend präzise quantifizieren lassen.

Hinzu kommt, dass ein Teil dieser Risiken politischer Natur ist: Wie schnell werden Kohlekraftwerke still gelegt, wie werden C02-Emissionen in Zukunft bepreist? Die Auswirkungen komplexer politischer Entscheidungsprozesse sind notorisch schwierig zu prognostizieren. Einen Versuch ist es allerdings allemal wert, weil all diese Faktoren relevant für die Qualität eines Kredites sind.

Problematischer ist der zweite Teil des Green-Weight-Faktors. Warum sollten Kredite für grüne Projekte per se sicherer sein als Darlehen für „schmutzige“ Investitionsvorhaben.

Es gibt gewiss Branchen, in denen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen, Immobilienneubauprojekte könnten beispielsweise in diese Kategorie fallen. Aber ein pauschaler Bonus für grüne Kredite birgt die Gefahr, dass die Banken Kreditrisiken systematisch unterschätzten und sich Klumpenrisiken in ihre Bilanzen holen.

Mehr: Umstrittener Klimaschutz: Wie grün kann die EZB-Geldpolitik werden?

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