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Prüfers Kolumne Perfekt unperfekt: Warum der neue Trend Body-Positivity sehr gut ist

Ein Körper, der nicht den gesellschaftlichen Maßstäben entspricht, ist einfach anders schön. Darum geht es bei Body-Positivity, einem neuen Trend.
04.01.2020 - 12:11 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Ich beginne das neue Jahr mit ganz viel Body-Positivity. Das ist ein neuer Trend, und er kommt mir gerade recht. Bei Body-Positivity geht es darum, den eigenen Körper schön zu finden, wie er ist, mit all seinen Makeln. Obgleich man ja nicht einmal von „Makeln“ sprechen sollte. Ein Körper, der nicht den gesellschaftlichen Maßstäben entspricht, ist nämlich nicht makelbehaftet, sondern einfach anders schön.

Auf Sat 1 gibt es ab Januar eine neue Realityshow: „No Body is perfect“. Menschen nackt auf einer Insel. Sie sind Coaches, die den Showkandidaten ihre eigenen unperfekten Körper vorzeigen, um ihnen beizubringen, dass es in Ordnung ist, selbst nicht perfekt auszusehen. Am Ende der Show sollen dann alle die Hüllen fallen lassen. Laut Sat 1 ist das ein „Body-Positivity-Experiment“.

Der Sender beruft sich dabei auf eine Studie des Wissenschaftlers Keon West von der Goldsmith University in London, wonach es das Selbstwertgefühl eines Menschen steigere, wenn er sich durchschnittliche Körper anschaue und sich selbst mehr mit seinem nackten Körper beschäftige.

Ich finde es gut, dass sich das Privatfernsehen in Deutschland für die Wissenschaft engagiert und nun herausfinden möchte, ob sich dieses Wohlgefühl auch dann noch einstellt, wenn man beim Entkleiden von einem Drehteam beobachtet wird.

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    In der „Süddeutschen Zeitung“ habe ich gelesen, dass der Trend der Körperpositivität in den sozialen Medien losgegangen ist. Influencer und Influencerinnen zeigen ihre Speckröllchen in die Kamera. Models zeigen ihre Cellulitis und erklären, dass es viel wichtiger ist, sich selbst schön zu finden, als sich an gesellschaftlichen Maßstäben messen zu lassen.

    Die Zeitung zitierte eine Studie der amerikanischen Northeastern University, die ergeben habe, dass Werbung mit Models mit verschiedenen Hautfarben, Körpertypen und sonstigen Merkmalen insgesamt gut ankomme bei Kundinnen. Forscher hatten Frauen Fotos von Unterwäschemodels mit Körpern gezeigt, die nicht dem gängigen Schönheits- ideal entsprachen.

    Mein Körper ist alternativlos

    Die Frauen gaben danach an, sich in ihren Körpern wohler zu fühlen. Deswegen setze die Werbewirtschaft nun zunehmend auf unperfekte Models. Wenn das Betrachten durchschnittlicher Nacktheit wirklich glücklich macht, müssten die Deutschen schon jetzt eines der zufriedensten Völker sein. Schließlich haben die Deutschen FKK erfunden, und 30 Millionen Deutsche gehen sich laut Saunaverband regelmäßig saunen.

    Ich selbst habe mich sehr mit meinem Körper angefreundet, ich stehe ihm absolut positiv gegenüber, vor allem, weil er ja leider alternativlos ist. Es gehört vielleicht zum Erwachsenwerden dazu, sich mit den Dingen anzufreunden, die man ohnehin nicht ändern kann. Richtig verstanden habe ich das, als ich zuletzt regelmäßig ein Fitnessstudio besuchte.

    Nach einer ganzen Weile sagte mir mein Trainer, ich sei eben ein „Hard Gainer“: Um mehr Muskeln anzusetzen, müsste ich viel mehr essen, Proteinshakes trinken und viel mehr trainieren als andere. Da erscheint mir Body-Positivity als die bessere Alternative. Hauptsache, niemand zeigt in einem Experiment anderen Leuten Unterwäschefotos von mir und fragt sie danach, ob sie sich besser fühlen.

    Mehr: Nicht für jeden ist Sport im Fitnessstudio das Richtige. Zum Glück hat sich mittlerweile hat ein großer Markt mit digitalen Sportangeboten etabliert.

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