USA: Der Imperator

Die Präsidentschaft Donald Trumps beginnt furios. So furios, wie es die sogenannte Übergangsphase von der Wahl bis zur Vereidigung war. So furios, wie es der gesamte Wahlkampf war.
Überparteiliches, gar Versöhnliches durfte man bei der Antrittsrede des 47. Präsidenten nicht erwarten. In dieser Hinsicht bleibt sich Trump treu. Er beschränkte sich weitgehend auf Anklagerhetorik an die Adresse seines demokratischen Vorgängers Joe Biden. Er nannte den Machtwechsel in Washington „Tag der Befreiung“, drohte all jenen, die ihn aufhalten wollten bei seiner Mission, die ein „goldenes Zeitalter“ einläuten würde. Und das Ganze gipfelte in der Überhöhung seiner selbst, gewissermaßen als von Gott Auserwählter, den selbst ein Attentat nicht von seiner Bestimmung abbringen konnte.
Mehr Hybris geht nicht. Aber der neue Präsident meint es ernst: Um Zweifel an seiner Entschlossenheit zu zerstreuen, unterzeichnete er gleich am ersten Tag Dekrete in Rekordzahl. Trump rief den Notstand an der Südgrenze aus, um dort das Militär gegen illegale Einwanderer einsetzen zu können und massenhaft Deportationen durchzusetzen.