Morning Briefing Plus: Was ein „Vier-Länder-Spezialitäten“-Restaurant mit SAP gemein hat
Im Dorf meiner Kindheit gab es nur ein Restaurant. Jenes Lokal trug den klangvollen Namen einer griechischen Insel, auf der ich zwar nie war, die aber auf Bildern sehr wenig gemein hat mit der norddeutschen Tiefebene, in der sich das Restaurant befand. Auch sonst würden einem Menschen mit Ahnung heutzutage von der Sache mit dem griechischen Namen vermutlich abraten, allein schon aus Branding-Gründen. Das Restaurant konnte nämlich sehr viel mehr als nur griechische Küche. Es war ein sogenanntes „Vier-Länder-Spezialitäten“-Etablissement, in dem es neben griechischen auch deutsche, italienische und indische Gerichte gab.
Der allumarmende Ansatz beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Speisekarte. An den Wänden hingen Bilder von leicht bekleideten Frauen in Saris, aus den Lautsprechern schallte Eros Ramazotti, das Deutsche kam mit der Kundschaft. Aus meiner Kindersicht war es selbstverständlich das beste Restaurant der Welt. Jeder fand dort etwas auf der Karte und am Ende waren alle satt. Wir vermissten nichts. Wir wussten ja nicht, dass woanders wohlmöglich das Curry besser schmecken oder wohlmöglich Sushi serviert werden würde.