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Morning BriefingWer steckt hinter dem Terrorangriff? Was aktuell bekannt ist

Nach dem Anschlag auf die Konzerthalle sieht Russland eine Spur nach Tadschikistan – und in die Ukraine. Die weist das zurück. Doch ein russischer General droht bereits.Teresa Stiens 25.03.2024 - 06:17 Uhr
Handelsblatt Morning Briefing

Leid auf allen Seiten – Die Hintergründe des Anschlags in Moskau

25.03.2024
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in einem Krieg laufen wir schnell Gefahr, je nach Perspektive das Leid einer Seite gegenüber dem Leid der anderen Seite auszuspielen. Doch so komplex unsere Welt auch ist: Terror bleibt Terror, Trauer bleibt Trauer und Tod bleibt Tod. Egal, welcher Nationalität. Und so sind in diesen Tagen mehrere Dinge gleichzeitig wahr:

In unserem News-Blog informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen rund um den Ukrainekrieg und die Anschläge in Moskau.

Doch so universell das menschliche Leid ist, so komplex sind die politischen Umstände, die es verursachen. Und so bleibt kaum Zeit dafür, angesichts der vielen Toten innezuhalten. Denn schon stellt sich die dringende Frage nach Hintergrund und Konsequenz der schrecklichen Ereignisse.

Wer steckt hinter dem Terrorangriff in Moskau?  Noch in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt. Terrorismusexperte Peter Neumann hält das Bekennerschreiben für authentisch. Es handele sich bei dem Angriff um einen „komplexe[n] Anschlag nach IS-Modus-Operandi“, schrieb der Professor für Sicherheitsstudien am King’s College London auf der Kurznachrichtenplattform „X“.

Dennoch zweifelt der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Verantwortung des IS an. Einige der festgenommenen mutmaßlichen Angreifer hätten laut FSB angeblich Verbindungen in die Ukraine – was die Ukraine von sich weist. Eine dritte Lesart ist eine Operation russischer Dienste unter sogenannter „falscher Flagge“ – das halten Analysten allerdings für unwahrscheinlich.

Rettungskräfte bekämpfen ein Brand im Crocus City Hall am westlichen Rand von Moskau.  Foto: dpa

Wieso könnte Russland ein Ziel für islamistische Terroristen sein? Durch Russlands Kriegsführung in Afghanistan, Tschetschenien und Syrien war das Land schon länger in den Fokus von Islamisten gerückt. Seit Ende der 1990er Jahre wurden russische Städte immer wieder Ziel von Anschlägen. Die Terrorgruppe IS rekrutiert mittlerweile auch viele ihrer Kämpfer in Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Russischen Angaben zufolge sollen die mutmaßlichen Attentäter aus Tadschikistan stammen.

Welche Auswirkungen hat der Anschlag? Am unmittelbarsten könnte die Reaktion Moskaus die Ukraine treffen. Am Samstagmorgen forderte der russische Abgeordnete und frühere General Andrej Kartapolow eine deutliche Reaktion auf dem Schlachtfeld, sollte sich herausstellen, dass die Ukraine hinter dem Angriff stecke. Dabei spielt es wohl für Moskau keine Rolle, ob es wirklich Beweise für diese Theorie gibt oder nicht.

In den Dunstkreis dieses Themenkomplexes passt auch die Meldung, dass sich Russland laut einer neuen Studie des Institute for the Study of War (ISW) wohl auf eine größere militärische Auseinandersetzung mit der Nato vorbereitet. Darauf deuteten finanzielle, ökonomische und militärische Indikatoren hin.

Eine Konfrontation drohe „nicht sofort, aber wahrscheinlich in einem kürzeren Zeitrahmen, als einige westliche Experten ursprünglich angenommen haben“, heißt es. In der Bundesregierung geht man davon aus, dass die russische Armee in fünf bis acht Jahren stark genug sein könnte, um ein Nato-Land anzugreifen. Auch deshalb hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) davon gesprochen, dass die Bundeswehr rasch „kriegstüchtig“ werden müsse.

Bundesjustizminister Marco Buschmann kritisiert die EU-Kommission. Foto: dpa

Bundesjustizminister Marco Buschmann wettert im Handelsblatt-Interview gegen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auslöser des Ärgers ist das europäische Lieferkettengesetz für Menschenrechte und Umweltschutz, das die FDP verhindern wollte. Die als „German Vote“ bekannt gewordene Blockadehaltung nutzte ihr allerdings nichts, Deutschland wurde überstimmt.

Der Justizminister äußerte sich dazu jetzt folgendermaßen:

Viele andere Mitgliedstaaten haben unsere Sorgen geteilt und ebenfalls eine schlankere und rechtsklarere Lösung gefordert. Am Ende wurde die Richtlinie durchgedrückt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollte mit dem Kopf durch die Wand, obwohl sie sich rhetorisch den Bürokratieabbau auf die Fahne geschrieben hat.

Buschmann kritisiert die Kommission unter von der Leyen als „größte Bürokratiequelle in ganz Europa“. Die Bürger fragten sich, wie hier „Reden und Handeln“ zusammenpassten. Bei der Kritik am Abweichlerverhalten der FDP, dem „German Vote“, sei viel „Katzenjammer“ dabei. Ein Interview, das bei der Lektüre in Brüssel für allerlei Stirnrunzeln sorgen wird.

Der ehemalige US-Präsident muss eine halbe Milliarde US-Dollar auftreiben. Foto: dpa

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump dürfte heute Morgen mit einem unguten Gefühl aufwachen. Denn heute wird eine Strafzahlung aus einem Betrugsprozess gegen ihn fällig. Gut eine halbe Milliarde Dollar muss Trump an ein New Yorker Gericht zahlen. Doch es gibt ein Problem: So viel Geld hat er nicht locker. Seine Anwälte haben angegeben, es sei „praktisch unmöglich“, dass Trump für die Summe fristgerecht aufkommen könne.

Sollte der 77-Jährige seine Strafe tatsächlich nicht zahlen können, droht die zuständige Staatsanwältin Letitia James damit, seine Bankkonten einzufrieren oder seine Immobilien zu pfänden. Ihre Worte klingen schon jetzt wie eine subtile, aber süffisante Drohung: „Ich schaue mir jeden Tag Wall Street 40 an“, sagte sie in einem Fernsehinterview. An dieser Adresse steht das „Trump Building“, das nach seiner Fertigstellung 1930 für kurze Zeit das höchste Gebäude der Welt war. Alle wichtigen Fragen und Antworten zu Donald Trumps Geldproblemen und seinen Folgen hat Handelsblatt-Washington-Korrespondentin Annett Meiritz zusammengetragen.

Falls Sie das sportliche Großereignis des Wochenendes verpasst haben sollten, machen Sie sich keine Sorgen: Wir halten Sie auf dem Laufenden. Wobei Laufen ein gutes Stichwort ist. Denn in Paris fand gestern der traditionsreiche Wettlauf „Course des cafés“ statt. 200 Kellnerinnen und Kellner nahmen daran teil und mussten ein französisches Frühstück mit Kaffee, Wasserglas und Croissant zwei Kilometer durch die Stadt tragen.

Meiner Erfahrung nach gehört zu den Qualitäten eines Pariser Kellners allerdings noch sehr viel mehr. Ich finde, das Rennen sollte erweitert werden um die Disziplinen „grimmig gucken“, „kein Englisch sprechen“ und „schlechten und überteuerten Café au Lait servieren“. Ah oui oui, Paris!  

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Ich wünsche Ihnen einen guten Tag mit einem herausragenden gastronomischen Service.

Herzliche Grüße
Ihre

Teresa Stiens
Redakteurin Handelsblatt

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