Arbeitsmarkt: Deutsche Unternehmen suchen dringender denn je nach Arbeitskräften
Berlin. Trotz Wirtschaftsflaute suchen Betriebe in Deutschland immer dringender neue Arbeitskräfte. Im vierten Quartal 2023 seien 84 Prozent aller offenen Stellen sofort zu besetzen gewesen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mit.
Dies sei ein Höchststand seit Beginn der vierteljährlichen IAB-Stellenerhebung. Diese erfasst mit Umfragen bei mehreren tausend Betrieben auch Stellenangebote, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden. „Der Befund zeigt die Dringlichkeit bei der Personalsuche in vielen Bereichen“, erklärte IAB-Forscher Alexander Kubis.
Gleichzeitig nehmen die Hinweise auf eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu. „Der üblicherweise im vierten Quartal beobachtete Anstieg an offenen Stellen zeigt sich dieses Mal nicht, was für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes spricht“, sagte Kubis. Zudem gehen die Betriebe laut IAB derzeit von geringeren Beschäftigungszuwächsen als vor der Corona-Pandemie aus.
Insgesamt gab es im Schlussquartal 2023 bundesweit 1,73 Millionen offene Stellen und damit fast genau so viele wie im dritten Quartal. Auf diesem Niveau hat sich die Zahl seit dem ersten Quartal 2023 stabilisiert, als es einen deutlichen Rückgang nach einem Rekordstand von fast zwei Millionen Arbeitsangeboten Ende 2022 gegeben hatte.
Bundesweit kamen im vierten Quartal auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene Stellen rund 150 arbeitslos gemeldete Personen. Im langjährigen Vergleich sei dies weiterhin ein niedriges Niveau.
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