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CDU-Kanzlerkandidatur Fallende Umfragewerte: Entscheider wenden sich von Friedrich Merz ab

Friedrich Merz gilt als Liebling der Wirtschaft. Doch nun vertrauen deutsche Führungskräfte verstärkt auf einen amtierenden Ministerpräsidenten.
22.05.2020 - 12:24 Uhr 1 Kommentar
Umfrage zeigt: Entscheider wenden sich von Friedrich Merz ab Quelle: Reuters
Friedrich Merz

Der frühere Unionsfraktionschef unternimmt in diesem Jahr den zweiten Anlauf für den CDU-Vorsitz.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der neue CDU-Chef wäre eigentlich längst im Amt. Doch dann verhagelte die Coronakrise der Partei ihre Pläne. Der im April geplante wichtige Parteitag musste im März abgesagt werden. Das Rennen um den CDU-Vorsitz, die Kanzlerkandidatur und damit auch um die Nachfolge von Angela Merkel ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Die Kür des neuen CDU-Vorsitzenden soll in den nächsten Monaten nachgeholt werden.

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz galt zu Beginn des Jahres noch als Mitfavorit. Ausgerechnet unter Führungskräften, einer wichtigen Sympathisanten-Gruppe von Merz, hat der Zuspruch jedoch offensichtlich erheblich abgenommen.

Nur noch 17 Prozent der so genannten Entscheider sind der Meinung, dass die Union bei der Bundestagswahl 2021 mit Merz als Kanzlerkandidat die besten Chancen hätte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Civey-Umfrage unter 1500 selbständigen Unternehmern, leitenden Angestellten und Beamten im höheren Dienst für die „Wirtschaftswoche“.

Merz liegt damit zwar deutlich vor NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (9 Prozent), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (4) und dem Norbert Röttgen (3), dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses. Eindeutiger Favorit unter den Befragten ist jedoch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. 45 Prozent halten ihn für den aussichtsreichsten Kandidaten.

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    Merz müssen diese Zahlen schmerzen. Er gilt bisher als Lieblings-Kandidat unter Führungskräften. Noch im Juli 2019 hielten ihn 42 Prozent der Entscheider für den geeignetsten Kanzlerkandidaten der Union. Jetzt hat ihn Söder verdrängt. Die Coronakrise hat den Wettbewerb in der Union erheblich aufgemischt. Während Söder und Laschet sehr präsent sind, wird Merz, der aktuell kein Regierungsamt ausübt, in eine Zuschauerrolle gedrängt.

    Vor allem Söder konnte sich in den vergangenen Wochen als Krisenmanager profilieren und in das Feld der beliebtesten deutschen Politiker aufschließen. Anfang Mai ergab eine Umfrage von Infratest Dimap: 53 Prozent der Deutschen halten ihn für einen guten Kanzlerkandidaten. Damit lag der Bayer deutlich vor Merz (33), Laschet (27) und Röttgen (21).

    Stoiber rät Söder von Kandidatur ab

    Neben Merz haben Laschet und Röttgen ihre Kandidatur für die CDU-Führung bisher offiziell erklärt. Ihr Interesse gilt damit auch der Kanzlerkandidatur im nächsten Bundestagswahlkampf. CSU-Chef Söder hat entsprechende Ambitionen zuletzt wiederholt zurückgewiesen.

    Fraglich ist, ob bei Söder angesichts seiner hohen Sympathiewerte ein Umdenken stattfindet. Der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber jedenfalls hat seinem Parteifreund in dieser Woche von einem Wechsel nach Berlin abgeraten. „Meine Empfehlung bleibt: Dieses Land Bayern jetzt stabil zu halten, es an Platz eins zu halten, und dann vor die Bayern zu treten bei der nächsten Landtagswahl“, sagte er dem „Spiegel“.

    Stoiber unterlag als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2002 dem damaligen SPD-Amtsinhaber Gerhard Schröder. Später hätte er die Möglichkeit gehabt, als Bundesminister nach Berlin zu gehen, entschied sich jedoch für den Verbleib in Bayern.

    Mehr: Merz kritisiert Rettungspolitik in der Coronakrise.

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    1 Kommentar zu "CDU-Kanzlerkandidatur: Fallende Umfragewerte: Entscheider wenden sich von Friedrich Merz ab"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich lebe in NRW;da will man Söder nicht; der ist letztlich nur an Vorteilen für Bayern interessiert. Herr Laschet kommt als rheinischer Jung sympathisch rüber - aber Kanzler? Herrn Merz kann ich mir weiterhin gut vorstellen, obwohl er in den letzten Monaten kaum Gelegenheit hatte, in Erscheinung zu treten.

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