Corona-Pandemie: Sinkende Fallzahlen, mehr Impfungen und Tests: Was für ein Ende der dritten Welle spricht – und was nicht
Das Infektionsgeschehen geht in Deutschland zurück.
Foto: dpaBerlin. Sinkende Fallzahlen, mehr und mehr Impfungen und steigende Temperaturen: Die Anzeichen mehren sich, dass in der Coronakrise in Deutschland das Schlimmste überstanden sein könnte. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. Aber sind diese Hoffnungen berechtigt oder verfrüht?
Die sinkende Sieben-Tage-Inzidenz spricht zumindest für eine Trendumkehr, seit fast zwei Wochen fällt der Indikator. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag 118,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag waren es 121,5, Ende April lag der Wert noch bei 169. 12.656 neue Corona-Fälle wurden registriert – 3600 weniger als vor einer Woche.
Mittlerweile liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Hälfte der Bundesländer bei unter 100. Thüringen ist mit einer Inzidenz von 180 das Bundesland mit dem höchsten Wert, Schleswig-Holstein verzeichnet mit 50 den niedrigsten.
Neben der Inzidenz ist der R-Wert ein wichtiger Indikator für das Infektionsgeschehen. Dieser gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Liegt der R-Wert länger unter eins, so flaut das Infektionsgeschehen ab. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht am Sonntag bei 0,90. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken.