„Fremantle Highway“: Feuer-Frachter im sicheren Hafen angekommen
Der durch ein Großfeuer havarierte Autotransporter hat den niederländischen Hafen Eemshaven erreicht.
Foto: IMAGO/Chris Emil JanßenSchiermonnikoog. Der durch ein Großfeuer schwer beschädigte Autofrachter „Fremantle Highway“ ist am Donnerstagmittag sicher im niederländischen Eemshaven eingefahren. Es wurde von zwei Schleppern gezogen und von weiteren Booten und einem Flugzeug der Küstenwache begleitet, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Auch deutsche Boote waren dabei.
Gut eine Woche nach Ausbruch des Feuers war das etwa 200 Meter lange Schiff über Stunden zu dem Nordsee-Hafen an der Emsmündung geschleppt worden. Damit ist die Gefahr einer Ölverseuchung für die Nordsee und das Wattenmeer gebannt.
Der Frachter musste so schnell wie möglich in einen sicheren Hafen gebracht werden. Das Schiff sei zwar intakt, das Feuer erloschen, sagte ein Sprecher der Wasserbehörde. Aber das Risiko besteht, dass Flammen wieder aufloderten. Und das Schiff ist schwer beschädigt.
„So etwas will man nicht auf offener See haben“, sagte der Sprecher. Die Risiken auf Öllecks durch Risse in den Stahlwänden oder sogar ein Kentern nahmen zu. Und für den Nachmittag war harter Nordwestwind vorhergesagt.
Eemshaven ist etwa 64 Kilometer vom bisherigen Ankerplatz vor der Insel Schiermonnikoog entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Emsmündung liegt das ostfriesische Emden.
Fremantle Highway: Möglicherweise Teil der Ladung nur gering beschädigt
Das Schiff soll zunächst entladen und Schadstoffe entsorgt werden. Bei einer ersten Inspektion hätten Experten des Bergungsunternehmens Boskalis festgestellt, dass vier der elf Decks fast unbeschädigt waren, sagte Unternehmenschef Peter Berdowski in Eemshaven. Möglicherweise sei ein Teil der Ladung nur gering beschädigt. Der Frachter hatte rund 3800 Neuwagen geladen, darunter knapp 500 Elektroautos.
Der Transport nach Eemshaven ist nach Worten Berdowskis nicht die letzte Reise der „Fremantle Highway“. Das Schiff könne nicht in dem Hafen repariert oder verschrottet werden. Experten müssten erst prüfen, ob das Schiff einen Totalschaden habe. Danach entscheide der japanische Eigentümer, ob das Schiff zu einer Werft geschleppt werden solle, um es zu reparieren oder abzuwracken. „Das geht nicht in Eemshaven.“
Die „Fremantle Highway“ war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als Feuer ausbrach. Brandherd war vermutlich die Batterie eines E-Autos. Das ist aber noch nicht bestätigt. Bei der Evakuierung des Schiffes war ein Mann aus Indien gestorben. Die übrigen 22 Besatzungsmitglieder wurden gerettet.