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„Fremantle Highway“Feuer-Frachter im sicheren Hafen angekommen

Tagelang wüteten die Flammen auf dem Autofrachter vor der niederländischen Küste. Eine Ölpest drohte für Inseln und Wattenmeer. Nun ist die Gefahr gebannt. 03.08.2023 - 16:47 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der durch ein Großfeuer havarierte Autotransporter hat den niederländischen Hafen Eemshaven erreicht.

Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen

Schiermonnikoog. Der durch ein Großfeuer schwer beschädigte Autofrachter „Fremantle Highway“ ist am Donnerstagmittag sicher im niederländischen Eemshaven eingefahren. Es wurde von zwei Schleppern gezogen und von weiteren Booten und einem Flugzeug der Küstenwache begleitet, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Auch deutsche Boote waren dabei.

Gut eine Woche nach Ausbruch des Feuers war das etwa 200 Meter lange Schiff über Stunden zu dem Nordsee-Hafen an der Emsmündung geschleppt worden. Damit ist die Gefahr einer Ölverseuchung für die Nordsee und das Wattenmeer gebannt.

Der Frachter musste so schnell wie möglich in einen sicheren Hafen gebracht werden. Das Schiff sei zwar intakt, das Feuer erloschen, sagte ein Sprecher der Wasserbehörde. Aber das Risiko besteht, dass Flammen wieder aufloderten. Und das Schiff ist schwer beschädigt.

„So etwas will man nicht auf offener See haben“, sagte der Sprecher. Die Risiken auf Öllecks durch Risse in den Stahlwänden oder sogar ein Kentern nahmen zu. Und für den Nachmittag war harter Nordwestwind vorhergesagt.

Eemshaven ist etwa 64 Kilometer vom bisherigen Ankerplatz vor der Insel Schiermonnikoog entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Emsmündung liegt das ostfriesische Emden.

Fremantle Highway: Möglicherweise Teil der Ladung nur gering beschädigt

Die Chronologie der Havarie
Auf dem Autofrachter „Fremantle Highway“ bricht Feuer aus. Die 23-köpfige Besatzung scheitert bei dem Versuch, den Brand zu löschen. Mehrere Menschen springen von Bord, Rettungsboote und Hubschrauber bringen sie in Sicherheit. Ein Besatzungsmitglied stirbt, mehrere werden verletzt.
Die niederländische Küstenwache meldet erste Erkenntnisse: Demnach soll das Feuer in einem Elektroauto ausgebrochen sein. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass die „Fremantle Highway“ insgesamt 2857 Fahrzeuge geladen hat, davon 25 E-Autos. Später ist von anderen Zahlen die Rede.
Die Bergungskräfte messen eine stark gesunkene Temperatur auf dem Frachter. Feuer und Rauchentwicklung auf der „Fremantle Highway“ nehmen ab. Es werden neue Zahlen zur Ladung des Autofrachters bekannt: Nach Angaben des Charterers K Line sind 498 der 3783 geladenen Fahrzeuge Elektroautos.
Vier Mitarbeitende des Bergungsteams gehen an Bord der „Fremantle Highway“ und installieren eine robuste Schleppverbindung an der Oberseite des Schiffes. Dadurch wird die zuvor notdürftig eingerichtete Schleppverbindung an der Unterseite ersetzt. Das Bergungsteam geht anschließend wieder von Bord.
Auf der „Fremantle Highway“ ist weniger Rauch zu sehen. Die Bergungskräfte starten den Abschleppvorgang. Zwei Schlepper ziehen den Frachter mit ca. 5,5 Kilometern pro Stunde.
Die „Fremantle Highway“ hat die vorläufig sichere Position erreicht. Der Frachter ankert 16 Kilometer nördlich der Inseln Schiermonnikoog und Ameland.
Das Feuer auf der „Fremantle Highway“ scheint erloschen zu sein. Die an Bord gebrachten Bergungsspezialisten finden keine Hinweise auf anhaltende Brände. Auch die Wasserlinie ist intakt und das Schiff damit stabil.
Der Abschleppzug startet am Vormittag. Während der Bewegung ist ein Bergungsteam an Bord des Frachters. So werden Fahrweg und Zustand der „Fremantle Highway“ permanent überwacht. Mittags trifft der ausgebrannte Frachter sicher im Hafen Eemshaven ein.

Das Schiff soll zunächst entladen und Schadstoffe entsorgt werden. Bei einer ersten Inspektion hätten Experten des Bergungsunternehmens Boskalis festgestellt, dass vier der elf Decks fast unbeschädigt waren, sagte Unternehmenschef Peter Berdowski in Eemshaven. Möglicherweise sei ein Teil der Ladung nur gering beschädigt. Der Frachter hatte rund 3800 Neuwagen geladen, darunter knapp 500 Elektroautos.

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Der Transport nach Eemshaven ist nach Worten Berdowskis nicht die letzte Reise der „Fremantle Highway“. Das Schiff könne nicht in dem Hafen repariert oder verschrottet werden. Experten müssten erst prüfen, ob das Schiff einen Totalschaden habe. Danach entscheide der japanische Eigentümer, ob das Schiff zu einer Werft geschleppt werden solle, um es zu reparieren oder abzuwracken. „Das geht nicht in Eemshaven.“

Die „Fremantle Highway“ war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als Feuer ausbrach. Brandherd war vermutlich die Batterie eines E-Autos. Das ist aber noch nicht bestätigt. Bei der Evakuierung des Schiffes war ein Mann aus Indien gestorben. Die übrigen 22 Besatzungsmitglieder wurden gerettet.

dpa
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