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KNDSRüstungskonzern übernimmt Waggonbau-Werk in Görlitz

Die Geschichte des Waggonbaus für Bahnen endet in Görlitz nach 175 Jahren. Künftig werden hier Panzerteile hergestellt. Scholz lobt das Vorhaben. 05.02.2025 - 14:52 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Scholz sprach von einer „sehr guten Nachricht, dass Industriearbeitsplätze erhalten bleiben, obwohl Alstom aus Görlitz weggeht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Berlin, Görlitz. Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS übernimmt das Görlitzer Werk des Schienenfahrzeugherstellers Alstom. Im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) unterzeichneten beide Unternehmen im sächsischen Görlitz eine entsprechende Vereinbarung. Insgesamt sollen etwa 580 der rund 700 Mitarbeiter bei KNDS oder Alstom weiterbeschäftigt werden. KDNS plant in Görlitz unter anderem die Produktion verschiedener Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma.

Bis 2026 läuft in Görlitz noch die Herstellung von Doppelstockwagen für Israel und Straßenbahnen etwa für Göteborg und Magdeburg. Alstom stellte klar, dass die Einstellung der Produktion nicht das Ende der Fertigung von Schienenfahrzeugen in Deutschland ist. Aktuell ist Alstom in Deutschland an 14 Standorten mit insgesamt 9.600 Beschäftigten. In Bautzen und Salzgitter soll sich fortan der Fahrzeugbau konzentrieren, Hennigsdorf für Service und Digitalisierung zuständig sein.

Scholz sprach von einer „sehr guten Nachricht, dass Industriearbeitsplätze erhalten bleiben, obwohl Alstom aus Görlitz weggeht“. „Die großartigen Beschäftigten sind der Hauptgrund, warum KNDS Deutschland künftig hier in Görlitz produziert und Arbeitsplätze sichert.“

Sicherheit für Deutschland

Scholz zufolge sorge die Produktion in Görlitz für mehr Sicherheit für Deutschland. Man habe nach dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht nur eine Sonderkreditlinie über 100 Milliarden Euro für Waffenkäufe eingerichtet. „Genauso wichtig ist der zweite Punkt, nämlich der Aufbau einer leistungsfähigen Verteidigungswirtschaft in Deutschland und Europa“, betonte er. Denn es habe bisher keine dauerhafte Produktion selbst der allerwichtigsten Militärgüter gegeben. „Das ändern wir, und dazu braucht es eine noch viel engere Abstimmung zwischen den Ländern Europas.“

Die Geschichte des Waggonbaus für Bahnen endet in Görlitz nach 175 Jahren. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Nötig sei eine eng verzahnte europäische Rüstungsindustrie statt Dutzender konkurrierender Hersteller und Systeme. KDNS will in Görlitz etwa verschiedene Bauteile und Module für den Kampfpanzer Leopard 2, Schützenpanzer Puma und den Radpanzer Boxer bauen.

Tom Dawidowsky, Zentral- und Nordeuropa-Chef von Alstom, sagte, die große Erfahrung der Mitarbeiter in Görlitz in der Metallverarbeitung habe den Ausschlag für die Übernahme gegeben. „Der Großteil der Mannschaft hat eine sehr gute Zukunft bei KNDS.“

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Der aus der deutschen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französischen Nexter entstandene Panzerbauer ist nicht der erste Rüstungskonzern, der Ausschau nach Mitarbeitern in anderen Branchen hält. So hat Rheinmetall 100 Beschäftigten des defizitären Bremsenwerks von Continental in Gifhorn den Wechsel in eine Munitionsfabrik angeboten. Auch der Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt will Mitarbeiter von Continental und Bosch übernehmen, denen der Verlust des Jobs droht.

Erste Personalübernahmen und der Produktionsstart in Görlitz sind noch in diesem Jahr geplant, hieß es. KNDS will nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Die Produktion läuft dann parallel und wird schrittweise aufgebaut, sagte ein Unternehmenssprecher. In Görlitz werden seit 175 Jahren Schienenfahrzeuge gefertigt. Diese Ära endet nun.

dpa, rtr
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