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Metall- und Elektroindustrie IG Metall beschließt Vier-Prozent-Forderung – Stefan Wolf neuer Gesamtmetall-Präsident

Jetzt ist es amtlich: Die Gewerkschaft will in der Tarifrunde ein Volumen von vier Prozent für Lohnerhöhungen und Beschäftigungssicherung erstreiten. Der neue Metallarbeitgeberchef erwartet eine „schwierige Tarifrunde“.
26.11.2020 Update: 26.11.2020 - 17:55 Uhr 1 Kommentar
Der Chef des Autozulieferers Elring-Klinger ist neuer Gesamtmetall-Präsident. Quelle: Südwestmetall
Stefan Wolf

Der Chef des Autozulieferers Elring-Klinger ist neuer Gesamtmetall-Präsident.

(Foto: Südwestmetall)

Berlin Am Donnerstagmorgen nahm Stefan Wolf noch in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) an der Mitgliederversammlung der Spitzenorganisation teil. An ihm war es, der per Video zugeschalteten Kanzlerin die Sorgen der Auto- und Zuliefererindustrie vor einer weiteren Verschärfung der EU-Abgasnormen zu schildern.

Am Nachmittag stand der Chef des Autozulieferers Elring-Klinger dann erneut im Mittelpunkt: Der Vorstand des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall wählte den 59-jährigen promovierten Juristen zum neuen Verbandspräsidenten. Wolf tritt damit die Nachfolge von Rainer Dulger an, der am Morgen zum neuen BDA-Präsidenten gewählt worden war.

Während Wolf in Berlin der Kanzlerin noch die Sorgen der Wirtschaft schilderte, war schon eine Art „Antrittsgeschenk“ bei ihm eingetroffen. Knapp 600 Kilometer entfernt, in Frankfurt, hatte der Vorstand der IG-Metall die endgültige Forderung für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen.

Die Gewerkschaft verlangt für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselbranche vier Prozent mehr Geld und Optionen für eine Vier-Tage-Woche. In seiner ursprünglichen Forderungsempfehlung hatte der Vorstand noch ein Volumen von „bis zu vier Prozent“ gefordert. Daraus sind nun nach erneuten Beratungen in den Bezirken vier Prozent geworden.

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    Je nach Lage in den Betrieben soll das angestrebte Volumen nach den Vorstellungen der IG Metall für Lohnprozente oder Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können. Auch ein Teillohnausgleich kann daraus finanziert werden, wenn in Schwierigkeiten steckende Betriebe eine Vier-Tage-Woche einführen, um Arbeitsplätze zu erhalten.

    Auch den Strukturwandel vor allem in der Automobil- und Zuliefererindustrie will die IG Metall aktiv gestalten: „Mit Zukunftstarifverträgen sollen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten“, sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann.

    Über eine Million Beschäftigte in Kurzarbeit

    Die Arbeitgeber hatten im Vorfeld auf die schon länger anhaltende Industrierezession und zusätzliche Belastungen durch die Corona-Pandemie verwiesen. Deshalb gebe es nur wenig Verteilungsspielraum. In einer Mitteilung nach seiner Wahl sprach Wolf, der seit acht Jahren an der Südwestmetall-Spitze die Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg vertritt, von einer „schwierigen Tarifrunde“.

    Vor gut sechs Wochen war er im Interview mit dem Handelsblatt deutlicher geworden, was seine Erwartungen an die kommende Tarifrunde angeht: Nach dem Corona-Tarifabschluss vom März dieses Jahres, der keine prozentuale Lohnerhöhung vorsah, müsse es eine erneute Nullrunde geben. Arbeitszeitverkürzungen in den Betrieben sei zudem nur ohne Lohnausgleich möglich.

    Gesamtmetall wies am Donnerstag darauf hin, dass die Produktion der Metall und Elektroindustrie immer noch um mehr als 20 Prozent unter dem Stand von 2018 liege. Trotz dieser massiven Unterauslastung versuchten die Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten.

    Mehr als eine Million Beschäftigte der Branche seien aktuell in Kurzarbeit. „In dieser Lage irgendeinen Verteilungsspielraum zu erkennen, ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar“, teilte der Verband mit.

    Die Verhandlungen in den Tarifgebieten beginnen Mitte Dezember. In Ostdeutschland fordert die Gewerkschaft zudem ein tarifliches Angleichungsgeld, um die Schlechterstellung der ostdeutschen Beschäftigten bei Arbeitszeit und Stundenlöhnen zu beenden.

    Die Forderung nach vier Prozent mehr Geld erhebt die IG Metall auch für Volkswagen, wo ein Haustarifvertrag gilt, und für die rund 75.000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Hier soll es als soziale Komponenten einen Mindestbetrag von 100 Euro geben. Für alle Tarifverträge strebt die Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten an.

    Der neue Gesamtmetall-Chef Wolf ist ein alter Tariffuchs. In den Tarifrunden 2015 und 2018 gelang in Baden-Württemberg der Pilotabschluss, den Wolf mit dem IG-Metall-Bezirksleiter der Region, Roman Zitzelsberger, ausgehandelt hatte.

    Mehr: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann im Interview: „Eine doppelte Null wäre Gift für die Konjunktur“

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    1 Kommentar zu "Metall- und Elektroindustrie: IG Metall beschließt Vier-Prozent-Forderung – Stefan Wolf neuer Gesamtmetall-Präsident"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das wird spannend! Bei uns in der Region gibt es viele kleinere Betriebe aus der Metall- und Elektrobranche; die hatten schon in den letzten Jahren Schwierigkeiten, Lohnerhöhungen zu zahlen; bei Konzernen wie Siemens und Bosch mag das anders sein.

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