Interview: IG-Metall-Chef Jörg Hofmann: „Eine doppelte Null wäre Gift für die Konjunktur“
„Wir erleben, dass die Arbeitgeber offenbar an einem Miteinander bei der Krisenbewältigung nicht interessiert sind.“
Foto: IG MetallBerlin. In der zum Jahresende anstehenden Tarifrunde für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie droht eine harte Auseinandersetzung: „Die Arbeitgeber legen es offensichtlich auf einen Konflikt an“, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann im Handelsblatt-Interview.
Er reagierte damit auf die Forderung des designierten neuen Gesamtmetall-Chefs Stefan Wolf nach einer Nullrunde. Diese wäre „Gift für die Konjunktur“. Die regionalen Tarifkommissionen der Gewerkschaft haben am Donnerstag erstmals über mögliche Forderungen beraten.
Laut Hofmann muss ein Abschluss den drei Aspekten Zukunftssicherung, Beschäftigungssicherung und Stabilität bei den Einkommen Rechnung tragen. Die Gewerkschaft ist also nicht zum Verzicht auf eine spürbare Lohnerhöhung bereit.
Autozulieferer wie Continental oder Mahle, die bereits die Streichung Tausender Stellen angekündigt haben, kritisierte der IG-Metall-Chef scharf. Beispiele wie ZF oder Bosch zeigten, „dass Wandel auch anders geht“.
Die Metall-Arbeitgeber wiederum begründen ihre Forderung nach Lohnzurückhaltung mit der schwierigen Lage in der Auto- und vor allem der Zuliefererindustrie. Bei weiterhin steigenden Arbeitskosten, so warnen sie, fehle das Geld für Zukunftsinvestitionen.