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Neue Zuwanderungsdaten Migration geht stark zurück – Problem des Fachkräftemangels verschärft sich

Die Corona-Pandemie hat die Einwanderung deutlich gebremst, den Trend aber gibt es schon länger. Das hat Folgen für die Rentenpolitik und die Fachkräftesicherung in Deutschland.
29.06.2021 - 17:38 Uhr Kommentieren
Die Zuzug von Migranten ist seit Jahren rückläufig - eine schlechte Entwicklung für den Arbeitsmarkt. Quelle: dpa
Arbeiter in einer Fabrik

Die Zuzug von Migranten ist seit Jahren rückläufig - eine schlechte Entwicklung für den Arbeitsmarkt.

(Foto: dpa)

Berlin Ohne Zuwanderung stünde Deutschland schlecht da. Der akute Fachkräftemangel in Berufen wie der Pflege würde sich weiter verschärfen. Wird der demografiebedingte Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials nicht zumindest teilweise durch Migration ausgeglichen, wächst der Druck auf die Sozialkassen und die Steuereinnahmen sinken.

Insofern müssen die Zahlen beunruhigen, die das Statistische Bundesamt am Dienstag präsentierte. Im vergangenen Jahr sind nur noch rund 220.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als die Bundesrepublik verlassen haben. 2019 lag der Wanderungssaldo noch bei 327.000 Personen. Nun ist der Rückgang sicher zu einem Teil der Coronakrise geschuldet. Sie brachte nicht nur Reisebeschränkungen mit sich, sondern bremste – zumindest zeitweise – auch den Arbeitskräftebedarf in Deutschland, sodass Zuwanderung weniger attraktiv erschien.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn die Nettozuwanderung, also der Saldo aus Zu- und Abgewanderten, ist schon im fünften Jahr in Folge rückläufig. 2015 erreichte sie mit unter dem Strich 1,14 Millionen Zugewanderten einen Höhepunkt, der aber vor allem der Flüchtlingsmigration geschuldet war. Niedriger als im vergangenen Jahr lag die Nettozuwanderung zuletzt 2010.

Zwar ist seit März 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft, das mehr Arbeitskräfte aus Staaten außerhalb der EU anziehen soll. Doch fiel der Start ausgerechnet mit dem Beginn der Pandemie zusammen, sodass das Gesetz bisher kaum Wirkung entfalten konnte. Bürger aus europäischen Staaten tragen weiter am meisten zur Nettozuwanderung von Ausländern bei. Allerdings gibt es auch hier teils deutliche Rückgänge.

So wanderten im vergangenen Jahr knapp 199.000 Rumänen und rund 102.000 Polen nach Deutschland ein, die damit die größten Einwanderergruppen stellten. Das waren aber 47.000 beziehungsweise 27.000 weniger als ein Jahr zuvor. Der Wanderungssaldo war trotz der Coronakrise aber mit beiden Ländern positiv, es wanderten also mehr Polen und Rumänen ein als aus.

Was die deutschen Staatsbürger angeht, wanderten 2020 mehr von ihnen aus als aus dem Ausland zurückkehrten, sodass unter dem Strich gut 28.000 mehr Abwanderer standen. Hauptzielländer waren dabei die Schweiz, Österreich und die USA. Von den innerdeutschen Wanderungen profitierte Brandenburg am stärksten mit netto 19.000 Zuzüglern, gefolgt von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Berlin und Baden-Württemberg verloren die meisten Einwohner an andere Bundesländer.

Mehr: Das Anheuern von Pflegekräften in Osteuropa ist ausbeuterisch. Ein Kommentar.

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