Digitale Praxis: Wo Akten nicht mehr per Hand durchsucht werden müssen
Berlin. Anfang Januar waren laut Gematik bereits 63,4 Millionen Dokumente in der elektronischen Patientenakte (ePA) gespeichert. Seit Oktober 2025 sind Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken verpflichtet, medizinische Befunde, Arztbriefe und Medikationsinformationen hochzuladen.
Doch die digitale Akte ist bislang schwer nutzbar: Wer Diagnosen oder Befunde sucht, muss sich durch PDFs und Bilddateien klicken – ein enormer Zeitaufwand im Praxisalltag. Eine gezielte Suchfunktion fehlt bislang. Das soll sich ändern: Noch in diesem Jahr will die Gematik eine Volltextsuche in Modellregionen testen, bundesweit soll sie spätestens 2027 verfügbar sein, wie die Gesellschaft auf Handelsblatt-Anfrage mitteilt.
Start-ups gehen voran
Das Münchener Gesundheits-Start-up Avi Medical ist diesen Schritt bereits gegangen. Ärztinnen und Ärzte in den Avi-Praxen können Patientendaten komplett digital durchsuchen – quer durch Befunde, Arztbriefe und hinterlegte Dokumente, ohne einzelne PDFs öffnen zu müssen. Die zugrunde liegende KI erkennt relevante Vorerkrankungen und weist auf fällige Vorsorge- oder Kontrolluntersuchungen hin.
Avi Medical wurde 2020 gegründet, betreibt inzwischen 21 Hausarztpraxen in deutschen Großstädten und versorgt etwa 200.000 Patientinnen und Patienten.