Robert Habeck: Politisches Aus für den Hoffnungsträger der Grünen – wie es dazu kam
Ahlbeck, Berlin. Als Robert Habeck Anfang Mai sein Bundestagsbüro betritt, möchte er reden – aber nicht über die vielleicht größte Zäsur seines Lebens, die er Minuten zuvor erlebt hat. Habeck kommt direkt aus dem Wirtschaftsministerium, wo er die Amtsgeschäfte an seine Nachfolgerin Katherina Reiche von der CDU übergeben hat. Und jetzt möchte er über Fußball plaudern.
Im Halbfinale der Champions League rettete am Vorabend ein gewisser Francesco Acerbi seinen Verein Inter Mailand mit einem Tor in der Nachspielzeit gegen den FC Barcelona. Acerbis Geschichte gleicht einem Heldenepos: Familiendrama, Alkoholsucht, Krebserkrankung. Und am Ende, im Alter von 37 Jahren, der Held auf der großen Bühne des Weltfußballs.
Acerbi hat die Geschichte geschrieben, die Habeck sich eigentlich für sich selbst ausgemalt hatte, so ist vielleicht seine Begeisterung zu erklären. Der Italiener bricht mit dem inzwischen typischen Bild der Starfußballer, ist weder durchtrainiert noch seit Kindheitstagen auf die Weltkarriere vorbereitet worden. Er hat sich diesen Ruhm erkämpft.