Stromausfall im Krankenhaus: So bereitet sich die Uniklinik Essen auf den Blackout vor
Vorsorgen für den Ernstfall.
Foto: Universitätsklinik Essen, Imago [M]Berlin. Stefan Neuhaus ist einer der Ersten, der erfährt, wenn in Essen die Lichter ausgehen. Der technische Betriebsleiter der Uniklinik der Stadt kennt wahrscheinlich jede Stromleitung, die das Krankenhaus mit Energie versorgt.
56 Gebäude stehen auf dem Gelände, mit 1300 Betten und 55.000 stationären Patienten pro Jahr ist es eine der größten Kliniken Deutschlands. Ein Krankenhaus, das so viel Strom verbraucht wie 15.000 Zweipersonenhaushalte oder eine mittelgroße Stadt.
Wenn irgendwo in diesem weitverzweigten Reich ein wichtiges Gerät ausfällt, schlagen Displays in der technischen Leitwarte der Klinik Alarm. Der schmucklose, 90 Quadratmeter große Raum ist Neuhaus‘ Kommandozentrum. Es ist rund um die Uhr besetzt.
Die Mitarbeiter überwachen insgesamt 60.000 sogenannte Datenpunkte. Jeder einzelne zeigt an, ob etwa eine Lüftungsklappe oder ein Temperaturmesser funktioniert. An einem Tag, an dem alles in Ordnung ist, leuchtet hier alles grün. Bei einem Blackout färben sich die Displays rot, ein Drucker wirft alle Meldungen gesammelt aus. Spätestens dann rufen Neuhaus‘ Mitarbeiter ihn und weitere Experten in die Klinik.