Bonn: Vorwurf gegen Staatsanwalt – Machtmissbrauch und Rechtsbeugung
Bonn, Düsseldorf. Hooligan. Schreihals. Starrkopf. Die Worte, mit denen erfahrene Anwälte Pascal Regh beschreiben, sind ungewöhnlich für einen deutschen Staatsanwalt. Doch zahlreiche Juristen erheben schwere Vorwürfe: Ausgerechnet ein Mann, der das Recht vertritt, soll sich offen darüber hinwegsetzen.
„Ich halte Herrn Regh für eine Gefahr für den Rechtsstaat“, sagt ein bekannter Strafverteidiger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Der Anwalt kennt Regh seit Langem und tat nun etwas, was er noch nie getan hat: Er hat einen Staatsanwalt angezeigt.
Verfolgung Unschuldiger und Rechtsbeugung: So lauten die Vorwürfe. „Ein systematischer, gezielter und gefährlicher Machtmissbrauch ist im Wesen des Herrn Regh angelegt“, heißt es in der 25-seitigen Anzeige. Der Anwalt sieht sich zu dem Schritt veranlasst, weil Regh einen Ermittlungsrichter strafrechtlich verfolgt habe, nur weil ihm dessen Entscheidung nicht passte.
Was ist an den Vorwürfen dran, was ist möglicherweise Frust über einen unbequemen Ermittler? Das Handelsblatt hat mit mehr als einem halben Dutzend namhafter Juristen gesprochen. Die kurze Antwort: In Bonn gibt es tatsächlich ein ernstes Problem.