Wohnungsbau: Wie sich mit Neubauimmobilien kräftig Steuern sparen lassen
Berlin. Der deutsche Wohnungsmarkt ist weiterhin angespannt. Vor allem in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Wohnraum konstant hoch. Hohe Bau- und Finanzierungskosten bremsen den Bau neuer Wohnungen.
Gleichzeitig lassen Investoren Einsparpotenziale beim Bau von Mietwohnungen ungenutzt, weil sie steuerliche Vorteile nicht geltend machen. Diese Auffassung vertritt der Immobilienexperte Jürgen Michael Schick, Chef des Berliner Maklerhauses Schick Immobilien.
„Das Wachstumschancengesetz der Bundesregierung hat neue Anreize für den Wohnungsbau geschaffen“, sagte Schick dem Handelsblatt. So stünden mit einer degressiven Abschreibung auf Abnutzung (AfA) von fünf Prozent im Jahr und einer Sonder-AfA von ebenfalls fünf Prozent bei der Erfüllung bestimmter Nachhaltigkeitskriterien „attraktive Steuervergünstigungen“ bereit.
Diese lassen sich laut Schick gezielt für Neubauprojekte zur Vermietung einsetzen und ermöglichten so eine schnellere Refinanzierung. Aber: „Die Vorteile kennt kaum jemand“, sagt der Makler. „Gespräche mit Investoren zeigen das regelmäßig.“
Sven Suberg, Vertriebsleiter des Fertighausherstellers Hanse Haus, macht ähnliche Erfahrungen. „Wir treffen täglich auf private Immobilieninvestoren, denen die hohen Abschreibungen aus dem Wachstumschancengesetz noch unbekannt sind“, sagte er dem Handelsblatt. „Sogar institutionelle Investoren haben oft noch keine Ahnung.“