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Coronavirus China vermeldet erstmals keine Neuinfizierten in Wuhan

In China hat es laut Behörden an diesem Donnerstag nur noch 34 neue Infektionsfälle gegeben. Nun fürchtet Peking, dass Unternehmen und Bevölkerung zu schnell zum Alltag zurückkehren.
19.03.2020 - 17:17 Uhr Kommentieren
Internationale Experten warnen vor einer zweiten Epidemiewelle in China. Quelle: AFP
Coronavirus in China

Internationale Experten warnen vor einer zweiten Epidemiewelle in China.

(Foto: AFP)

Peking China hat an diesem Donnerstag erstmals seit Ausbruch des Coronavirus Null Neuinfizierte in Wuhan gemeldet. Die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei gilt als Epizentrum des Krankheitserregers. Im Rest des Landes wurden 34 neue Fälle registriert. Alle der 34 neu mit dem Virus infizierten Menschen haben sich laut Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde im Ausland mit dem Krankheitserreger angesteckt.

Seitdem das Virus sich auch außerhalb der Volksrepublik rasant ausbreitet, unterscheidet China zwischen „importierten Fällen“ und Erkrankten, die sich innerhalb Chinas angesteckt haben, wie Behörden- und Regierungsvertreter sagen. In Deutschland wird diese Unterscheidung in den Zahlen nicht gemacht.

Mit 21 der 34 Fälle wurde ein Großteil der Neuinfizierten in der chinesischen Hauptstadt Peking registriert. Die Provinz Guangdong meldete neun Neuinfizierte, Schanghai zwei. 

China-Experten trauen dem derzeitigen Trend zwar, bezweifeln aber, dass die Zahlen im Detail korrekt sind. „Ich behandle die Zahlen zu den Neuinfektionen ähnlich wie die chinesischen BIP-Zahlen“, sagt Richard McGregor, Senior Fellow an der Denkfabrik Lowy Institute in Sydney. „Sie sind nicht auf den Punkt genau, aber sie geben wahrscheinlich im Großen und Ganzen einen genauen Hinweis auf den Trend.“

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    Seitdem die neuen Fallzahlen rückläufig sind, sorgt sich China um Erkrankte, die in die Volksrepublik einreisen. Seit Kurzem gibt es daher strenge Einreisebedingungen. Die Ankommenden müssen sofort für 14 Tage in Quarantäne. Je nach Provinz und Stadt müssen sie diese Zeit in umfunktionierten Hotels oder anderen zentralen Quarantäne-Einrichtungen verbringen, in Ausnahmefällen ist bislang aber auch eine Quarantäne zuhause möglich. Allerdings ändern sich derzeit die Regeln sehr häufig.

    Strenge Einreisebedingungen

    Auch in Hongkong müssen Einreisende inzwischen 14 Tage in Quarantäne. Dabei sind sie verpflichtet, ein spezielles Armband zu tragen. Wenn sich Quarantänepflichtige von dem Ort ihrer Quarantäne wegbewegen, meldet das Band dies automatisch den Behörden. Die chinesische Sonderverwaltungszone meldete an diesem Donnerstag 25 Neuinfektionen und damit die bislang höchste Anzahl an neuen Fällen an einem Tag.

    Die chinesische Regierung ist wegen der neuen Fälle aus dem Ausland auch deshalb nervös, weil die Unternehmen im Land gerade wieder dabei sind, zu ihrem Arbeitsalltag zurückzukehren. Wochenlange drakonische Vorsichtsmaßnahmen hatten das Land nahezu komplett lahmgelegt.

    Die Industrieproduktion der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist im Januar und Februar laut in dieser Woche von der chinesischen Statistikbehörde veröffentlichten Zahlen um 13,5 Prozent ein – das größte Minus seit 30 Jahren. Der Einzelhandel sackte um 20,5 Prozent ab.

    Internationale Experten warnen, dass es möglicherweise noch eine zweite Welle von Erkrankungen in China geben könnte. Andere sehen die Volksrepublik gut gerüstet. Wu Zunyou, Chef-Epidemiologe am Chinesischen Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention, sagte dem chinesischen Staatssender CCTV jüngst, dass die Erkrankten, die aus dem Ausland nach China einreisen, nicht zu einem größeren Ausbruch führen würden. China habe gute Schutzmaßnahmen etabliert.

    Ganz trauen die chinesischen Bürger der dauerhaften Entspannung jedoch offenbar nicht. Auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Weibo zweifelten viele an Wus Aussage. „Sag nicht sowas Arrogantes“, schrieb etwa einer der Nutzer, „Führten importierte Fälle nicht zu der Lage in Italien, Spanien und Südkorea?“

    Mehr: Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronakrise im Newsblog.

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