
Davos 2024: Lindner: KI wird bei Steuererklärung helfen
Das World Economic Forum findet traditionell im Schweizer Ort Davos statt.
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Lindner erwartet mittelfristig höhere Wachstumsraten in Deutschland
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent geschrumpft und damit erstmals seit dem Corona-Jahr 2020. Kein anderes großes Industrieland hat sich 2023 schlechter geschlagen als Deutschland. Für dieses Jahr wurden die Prognosen vieler Experten und Wirtschaftsverbände zuletzt nach unten korrigiert. Es dürfte nur ein mageres Plus übrig bleiben. Die noch aus dem Oktober stammende Prognose der Regierung für 2024 geht bisher von 1,3 Prozent Wachstum aus. Das gilt mittlerweile aber als zu optimistisch.


Blinken: China und USA wollen Kontakte intensivieren
China und die USA wollen laut US-Außenminister Antony Blinken in diesem Jahr engeren politischen Kontakt suchen. Persönliche Gespräche von Top-Politikern seien unersetzlich, insbesondere wenn es um China gehe, sagte Blinken am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Und ich kann mir vorstellen, ich weiß, dass Sie im kommenden Jahr noch mehr davon sehen werden.“Dabei werde es nicht nur darum gehen, die Beziehungen zu stabilisieren und Unterschiede sehr direkt zu kommunizieren, damit es keine Missverständnisse gebe. Es gehe auch darum, „zu sehen, ob es trotz dieser Unterschiede, trotz des intensiven Wettbewerbs, nicht auch Bereiche gibt, in denen eine stärkere Zusammenarbeit im beiderseitigen Interesse liegt“.

Lagarde kann sich Zinssenkung im Sommer vorstellen


Zinssenkungserwartungen an den Börsen zu voreilig?
Die Finanzmärkte gehen aus Sicht des niederländischen Notenbankchefs Klaas Knot mit ihren Erwartungen schneller Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu weit. „Die Märkte sind da zu voreilig, das ist ziemlich klar“, sagte das EZB-Ratsmitglied am Mittwoch dem Fernsehsender CNBC am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die EZB habe in ihren Konjunkturprognosen einen Zinspfad unterstellt, der erheblich weniger Zinslockerungen vorsehe, als an der Börse derzeit in den Kursen enthalten sei. „Wenn wir einige der Restriktionen zurücknehmen sollten, die wir gegenwärtig im Einsatz haben, dann wird das ein sehr graduelles Rücknehmen sein und keine Hals-über-Kopf-Rücknahme“, merkte er an.Es gebe Erwartungen an den Finanzmärkten hinsichtlich der Schlüsselzinsen, die die Notenbank nicht bestätigen werde, sagte Knot. Die EZB benötige unter anderem definitiv noch mehr Daten zur Lohnentwicklung, sagte der Währungshüter. An der Börsen wird derzeit bereits im März oder im April mit einer ersten Zinssenkung der Euro-Notenbank gerechnet. Zum aktuellen Zinsniveau sagte Knot: „Wir sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf einem Plateau.“ Es sei unwahrscheinlich, dass die Sätze noch einmal hochgesetzt würden. Falls sich die Risiken, die die Inflation hochtreiben können, tatsächlich einstellten, werde eher daran gedacht, die Zinsen länger auf dem aktuellen Niveau zu belassen als sie weiter anzuheben. „Aber das könnte bedeuten, dass die erste Zinssenkung später erfolgt als gegenwärtig antizipiert wird“, sagte Knot.



Nagel: Letzte Meile im Kampf gegen die Inflation am härtesten
Die letzte Wegstrecke der Währungshüter im Kampf gegen die Inflation in der Euro-Zone ist aus Sicht von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel die schwierigste. Die Bekämpfung der Inflation sei wie ein Marathonlauf, sagte Nagel in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview dem Fernsehsender CNN am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.Etwas mehr als 75 Prozent des Marathons seien schon geschafft. „Die berühmte letzte Meile ist die schwierigste.“ Die Euro-Notenbank müsse aber hartnäckig bleiben. „Und wir dürfen nicht zu optimistisch sein, zu früh über Zinssenkungen sprechen. Das ist viel zu früh“, sagte er und bekräftigte damit frühere Aussagen.
Altman: ChatGPT ist nur eine „Vorschau“
Sam Altman: „Bei dieser Wahl steht viel auf dem Spiel"
Handelsblatt-Korrespondentin Larissa Holzki berichtet aus Davos: Sam Altman wird im Bloomberg House gefragt, was das Ergebnis der Vorwahlen in Iowa bedeutet. Altman sagt, ein Teil des Problems bestehe darin, dass wir uns erst jetzt mit der Möglichkeit konfrontiert sehen, dass Trump wieder gewinnen könnte. „Es ist uns nie in den Sinn gekommen, dass das, was Trump sagt, bei vielen Menschen Anklang finden könnte. Und jetzt auf einmal, nach diesem Auftritt in Iowa, oh Mann, das ist eine sehr Davos-zentrierte Sichtweise", sagt Altman.
„Ich denke, bei dieser Wahl steht viel auf dem Spiel", sagt der Chef der KI-Firma OpenAI. Aber er sagt auch: „Ich glaube, dass es Amerika gut gehen wird, egal, was bei dieser Wahl passiert. KI wird es gut gehen, egal was bei dieser Wahl passiert. Und wir werden hart arbeiten müssen, damit es so ist". Es wolle aber wohl niemand, dass er hier sitze und über Politik schimpfe. „Aber ich denke, dass es wirklich versäumt wurde, Lektionen daraus zu lernen, was für die Bürger Amerikas funktioniert und was nicht." OpenAI hat heute angekündigt, dass keine Wahlkampagnen mit ChatGPT erstellt werden dürfen.
Sam Altmans Auftritt beim Weltwirtschaftsforum zieht viele Zuhörer an

Selenski warnt vor „Einfrieren“ des Ukraine-Kriegs
Saudi-Arabien: Palästinenser-Staat ist die Voraussetzung für Anerkennung Israels
Von der Leyen appelliert in Davos für weitere Ukraine-Hilfen
Die Fundamenmtaldaten seien aus seiner Perspektive gut. „Die Bewertungen der Unternehmen sind in Europa nicht so hoch wie in den USA", sagt er. „Ihre Geschäftsaussichten aber sind gut, weil sie in vielen wichtigen Zukunftsfeldern aktiv sind, effizienten Maschinen und Anlagen, Energie und Infrastruktur." Das sind auch die Bereiche, für die sich der Investor gerade besonders interessiert.
Aus seiner Sicht sollte Deutschland viel intensiver um privates Kapital werben. „Geld gibt es weltweit genug", sagt er. Viel von dem Geld gehe allerdings gerade nach Frankreich. Doch das könne Deutschland ändern – und auf Investorenkonferenzen die wichtigen Geldgeber der Welt überzeugen. Der französische Präsident Emmanuel Macron mache das seit Jahren, „mit großem Erfolg", sagt Freise.

Li Qiang wirbt um Vertrauen in Chinas Wirtschaft

Selenski trifft wichtige Wall-Street-Investoren
Handelsblatt-Korrespondentin Astrid Dörner berichtet aus Davos: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat am Dienstag wichtige Wall-Street-Investoren getroffen. Darunter waren etwa JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, Blackrock-Gründer Steve Schwarzman und Hedgefonds-Gründer Ray Dalio. Ebenfalls dabei war Lakshmi Mittal, Verwaltungsratschef des multinationalen Stahlkonzerns Arcelor-Mittal. Das Unternehmen ist einer der größten internationalen Investoren in der Ukraine. Selenski traf sich zudem unter anderem mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Brian Moynihan, CEO der Bank of America.



