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DiplomatieUS-Präsident Biden irritiert mit Äußerung über Japan

Gerade erst hat US-Präsident Biden Japans Premier Kishida als Staatsgast im Weißen Haus empfangen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung äußert er sich nun allerdings nicht allzu positiv über den Partner. 02.05.2024 - 20:19 Uhr
US-Präsident Joe Biden stößt mit Japans Ministerpräsident Fumio Kishida während eines Staatsdinners im Weißen Haus an. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Washington. US-Präsident Joe Biden hat mit einer wenig schmeichelhaften Äußerung über den G7-Partner Japan das Weiße Haus in Erklärungsnot gebracht. „Wissen Sie, einer der Gründe, warum unsere Wirtschaft wächst, seid ihr und viele andere“, sagte Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung. „Weil wir Einwanderer willkommen heißen. (...) Warum gerät China wirtschaftlich so sehr ins Stocken? Warum hat Japan Probleme?  Warum Russland?  Warum Indien?  Weil sie ausländerfeindlich sind. Sie wollen keine Einwanderer“, sagte Biden weiter bei der Veranstaltung am Mittwochabend (Ortszeit) in der US-Hauptstadt Washington. Japan ist ein Land mit verhältnismäßig geringer Zuwanderung.  

Die USA und Japan sind enge Partner und gehören neben Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada zu der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen (G7). Erst im April hat Biden den japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida zu einem Staatsbesuch empfangen. Auch zu Indien haben die USA ein enges Verhältnis, vergangenen Sommer war der indische Premierminister Narendra Modi als Staatsgast in Washington. Biden versucht dem Machtstreben Chinas in der Region etwas entgegenzusetzen und hat daher Partnerschaften mit anderen Ländern wie Indien forciert.

Die Sprecherin des Weißen Hauses wurde am Donnerstag nach Bidens Äußerungen von Journalistinnen und Journalisten mit Fragen dazu gelöchert, was Biden eigentlich genau habe sagen wollen. „Das Wort ausländerfeindlich ist ein sehr abwertendes und negatives Wort, insbesondere wenn es gegen einen Verbündeten verwendet wird. Ist es das, was er meinte?“, fragte ein Journalist. Die Sprecherin antwortete: „Ich glaube, der Präsident hat sich sehr klar ausgedrückt.“ Daraufhin wurde sie von dem Journalisten unterbrochen: „Er hat sich nicht sehr klar ausgedrückt. Das ist der Grund, warum wir nachfragen.“

Die Sprecherin erklärte Bidens Äußerungen wie folgt: „Er hat darüber gesprochen, wer wir als Land sind, richtig? Er hat darüber gesprochen, wie wichtig es ist, in einem Land von Einwanderern zu leben.“ Das mache die USA stärker und das habe Biden vermitteln wollen. Sie betonte, dass das Verhältnis der USA zu Japan wichtig sei. „Es ist eine tiefe, dauerhafte Beziehung.“ Die Äußerungen Bidens bei der Wahlkampfveranstaltung seien allgemeinerer Natur gewesen. 

dpa
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