Europawahl: Eklat um SS-Äußerungen von Krah – Le Pen bricht mit der AfD
Brüssel, Berlin. Marine Le Pens rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) aus Frankreich will nach der Europawahl nicht mehr mit der AfD in einer Fraktion sitzen. Das teilte der Wahlkampfleiter des EU-Politikers Jordan Bardella (RN) der französischen Tageszeitung „Libération“ mit. Grund dafür seien Äußerungen des Spitzenkandidaten der AfD für die Europawahl, Maximilian Krah, welche die Zugehörigkeit zur SS während des Zweiten Weltkriegs verharmlosen.
Der Wahlkampfleiter bezieht sich dabei auf Äußerungen von Krah in einem Interview mit der italienischen Zeitung „La Repubblica“ vom Wochenende. Der AfD-Spitzenpolitiker erklärte in dem Gespräch: „Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war.“ Man müsse die Schuld von Fall zu Fall bewerten, sagte Krah dort weiter. „Am Ende des Krieges gab es fast eine Million SS-Angehörige. Selbst Günter Grass gehörte zur Waffen-SS.“
RN und AfD gehören im Europäischen Parlament gemeinsam zu der rechtsgerichteten Fraktion Identität und Demokratie (ID), zu deren Mitgliedern auch die Lega in Italien oder die FPÖ in Österreich zählen. Rechts der konservativen EVP-Fraktion steht darüber hinaus noch die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), zu der unter anderem die Fratelli d’Italia der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni sowie die nationalkonservative polnische Partei PiS gehören.